Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

16.01.08, Dr. Stefanie Schardien

Ich bin ein Star: Holt mich hier raus

„Star“ antwortet Isabell ganz selbstverständlich auf die Frage, was sie am liebsten werden würde. „Ich will ein Star werden!“

Die anderen Mädchen aus der Konfirmandengruppe nicken fast alle. Manche kichern so ein bisschen verschämt, manchen blitzt die Entschlossenheit aus den Augen. Star - das scheint heute bei all den Castingshows ein ganz normaler Berufswunsch zu sein.

Der Wunsch an sich ist ja nicht neu. Hand aufs Herz: Wer stand früher nicht singend mit der Bürste als Mikroersatz oder als Luftgitarrenrocker vor dem Spiegel? Und schließlich gibt es heute genug Leute, die sich mancher Lächerlichkeit aussetzen, um aus irgendeinem Casting als strahlender Superstar hervorzugehen.

Ich möchte ein Star sein! Das heißt nicht anderes: Hol mich doch endlich einer hier raus aus meinem öden Leben, aus meiner Schule, meinem Job, meinem Vorort-Tennisclub, meiner Kleinstadt. Was ist das schon gegen so ein Leben mit Glamour und Partys? Einmal total beliebt sein, berühmt sein und als Nummer Eins im Rampenlicht stehen.

„Mensch, Isabell!“ Marc aus der Konfigruppe drängt sich zwischen die Mädchen und legt – ganz der Macho – den Arm um Isabell. „Was willste denn ohne uns hier alle schon anfangen auf deiner Bühne? Stell Dir mal vor, Du müsstest ohne mich leben!“ „Ach, hau doch ab“, sagt Isabell. Aber lachen muss sie jetzt schon.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

Audiobeitrag Ich bin ein Star: Holt mich hier raus


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