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Eine zweite Chance
Es gibt Sätze, die verändern eine ganze Welt und nicht zum Besseren. Das hat »der Fischer« erlebt. Der Fischer ist ein sympathischer Mann, einer mit Herz.
Ein Arbeiter, der zupacken kann und es auch tut. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als die Zeit zurückdrehen zu können und eine zweite Chance zu bekommen. Den Satz, den er gesagt hat, einfach zurücknehmen zu können. Dann würde er etwas ganz anderes sagen. Dann würde er sagen, dass er, ja, dass er
aber das geht halt nicht. Gesagt ist gesagt. Kein Mensch kann so etwas ungeschehen machen.
Natürlich, er kann einfach seinem Beruf weiter nachgehen, Fischen. Macht er ja auch. Schließlich muss er seine Familie ernähren. Aber wenn er nach der Arbeit noch auf dem Schiff hockt und die Netze flickt, dann überfallen sie ihn, seine eigenen Vorwürfe: Hätte er bloß nicht diesen Satz gesagt, geschrien hat er ihn: »Ich kenne den nicht!« Dann überfällt ihn erst recht die Trauer, denn er hat seinen Freund verraten, weil er zu feige war, sich zu ihm zu stellen. »Freund« das ist viel zu wenig, er war sein Leben, die Hoffnung auf ein besseres Leben. Mit ihm war der Traum von Gottes gerechter Welt zum Greifen nah. Er, der Fischer, und die anderen, sie hatten es erlebt, wie Jesus Menschen glücklich gemacht hatte, rausgerissen aus dem tödlichen Einerlei, geheilt hatte, ermahnt hatte, geliebt hatte
Sie hatten erlebt, wie sie selbst mutiger wurden, lebensmutiger, den Möglichkeiten vertraut hatten, die Gott ihnen gegeben hat. Sie merkten, hier ist einer, der ihnen die Kraft Gottes bringt.
Manchmal wacht der Fischer nachts auf, weil er diesen Traum von einem guten Leben immer wieder träumt und doch weiß: Es ist vorbei, Jesus ist tot. Und er hat auch Schuld daran.
Darum fährt er also raus zum Fischen, Nacht für Nacht, als wäre nichts geschehen. Aber letzte Nacht hat alles verändert. Sie hatten nichts gefangen. Als es dämmerte, kehrten sie um, Richtung Ufer. Da stand einer, der schickte sie zurück aufs Wasser, »werft die Netze noch einmal aus«, sagte er. Dabei war es schon fast Tag
Egal, sie machten es, es war sowieso alles egal. Aber dann hatten sie die Netze voll. Und einer von ihnen meinte plötzlich, »der da, am Ufer, das ist Jesus«. Ach, du meine Güte! Jesus!?! Wollte er dem begegnen? Konnte er?
Irgendwie ist er dann doch ans Ufer. Es war Jesus. Er lebt doch! Oder: Er lebt anders, in der Welt Gottes. Der Fischer begreift es nicht, aber es ist so, wie Jesus es immer gesagt hatte: »Eine kleine Weile werde ich nicht bei euch sein, aber ich werde leben und ihr sollt auch leben!«
Es gibt Sätze, die verändern ein ganzes Leben zum Besseren, Sätze, die man immer wieder hören möchte. Einen solchen Satz hört der Fischer von Jesus: »Simon, hast du mich lieb?«. Der Fischer begreift sofort, meine Schuld steht nicht mehr zwischen uns. Wir gehören immer noch zusammen, ich zu ihm, und er zu mir. Es gibt Sätze, die möchte der Fischer immer wieder sagen. »Ja, Jesus, du weißt, dass ich dich liebe.«
Der Fischer fühlt sich wie neugeboren. Er kann ein neues Leben anfangen, heute!
Eine zweite Chance
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