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Genau das Richtige
Autorin: Es gibt Momente, da ist man überzeugt, genau das Richtige zu tun, genau das Richtige zu glauben, am richtigen Ort zu sein und die richtigen Leute zu treffen.
Das alles traf auf mich zu, als ich neulich in Südafrika war. Ich war überzeugt, hier bin ich genau richtig. Und ich war glücklich, dass ich Christin bin.
Südafrika, Land der Kontraste. Und so anders als Deutschland! Ich brause im Auto auf einer Johannesburger Autobahn. Zum Glück ist heute Sonntag, denn werktags, während der Rushhour sind die Straßen rund um die Stadt verstopft. Mein Ziel: eine lutherische Kirche. Links säumen Wellblechhütten und Bretterbuden die Straße, kilometerlang. Hier leben Menschen, sehr viele, sehr arme. Nur wenige Kilometer weiter, in den Prachtvillen der Stadt, leben die sehr Reichen.
O-Ton 1, Atmo Glockenläuten
Ich parke vor der Friedenskirche in Hillbrow, einem der ältesten Stadtviertel Johannesburgs. Die Kirche wurde vor mehr als 100 Jahren von Deutschen gebaut. Der Gottesdienst beginnt um halb neun. Viele junge Leute sind da, Arme und Reiche sitzen nebeneinander. Bei Jesus ist schließlich jeder gern gesehen und jeder gut angesehen. Aber wie kommen Arme und Reiche in einer Kirchengemeinde miteinander aus? Kornelia Schauf, Pfarrerin in Johannesburg:
O-Ton Kornelia Schauf: Das klappt in unserer kleinen Gemeinde, wo wir etwa 100 Familien sind, relativ gut. Es gibt im Konfirmandenunterricht zum Beispiel Konfirmanden, die sehr, sehr reich sind, die, wenn sie abends kommen zum Konfirmandenunterricht, Süßigkeiten mitbringen, und die Eltern sowieso sagen, ihr müsst das teilen. Das ist selbstverständlich. Die bringen so viel mit, dass es für alle reicht. Es gibt ganz Arme, die eben sich so was nicht leisten können. Und auf diesem kleinen Gebiet geht es.
Autorin: Trotzdem gibt es auch viel Neid untereinander. Der eine Konfirmand hat kein Handy, der andere hat das neueste Modell. Kornelia Schauf spricht mit den Jugendlichen darüber:
O-Ton Kornelia Schauf: Wie kann man damit umgehen und wie kann man darüber reden, was ist nun wichtig im Leben und woher kommt das, dass der eine das hat und der andere das nicht hat. Das sind manchmal schwierige Themen, aber es sind Themen, die man ansprechen kann. Je größer dann die Gruppe wird, ist es natürlich ein Sprengstoff in der Gesellschaft. Und es ist ne Frage, wie lange es gut geht.
Autorin: Miteinander zu reden, statt übereinander das ist wohl überall auf der Welt der erste Schritt, um Sprengstoff zu entschärfen. Obwohl hier in Südafrika vieles so anders ist als in Deutschland, fühle ich mich ein bisschen wie Zuhause. Denn der Gottesdienst wird nach dem gleichen Ablauf gefeiert, wie ich ihn aus meiner evangelischen Kirche in Lemgo kenne. Die gleichen Wechselgesänge, die gleichen Gesangbuchlieder, die gleichen Gebete hier alles in Englisch.
Allerdings komme ich beim Glaubensbekenntnis kaum hinterher, so flott beten die Johannesburger.
O-Ton Glaubensbekenntnis:
and in Jesus Christ, his only son, our Lord,
Autorin: Immerhin: Das Wort Jesus verstehe ich in jeder Sprache. Als dann Lieder in Setswana erklingen, verstehe ich auch nur Jesus, aber mein Herz versteht alles. Es ist so ein Moment, an dem alles genau richtig ist. Ich bin glücklich, ich fühle mich mit den Menschen hier verbunden, über alle Unterschiede hinweg. Verbunden, weil wir Christen sind. Südafrika und Deutschland sind viel näher beieinander, als ich dachte. Auf jeden Fall da, wo Menschen im Namen Jesu Christi zusammen kommen und das Leben feiern.
O-Ton Chor Aunaja tsona ni Jesu
Autorin: Ihnen wünsche ich, dass Sie im Jahr 2008 auch solche Momente erleben, wo Sie wissen: Das ist genau richtig, was passiert!
Genau das Richtige
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