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Dinge, die es nicht gibt
Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht. Jedenfalls nicht in der Welt, in der »die Geschäftsfrau« lebt. Dass eine Frau genau so viel wert ist wie ein Mann, zum Beispiel.
Oder: Dass Menschen, die seit Generationen an Gott glauben, und solche, die ganz neu dabei sind, für Gott gleich wichtig sind. Oder dass es ganz egal ist, ob man Ausländerin ist oder nicht. Passieren diese Dinge dann aber plötzlich doch, dann muss man feiern. Feiern, dass es das wahre Leben gibt. Das alles hat die Geschäftsfrau erlebt.
Die Geschäftsfrau ist Händlerin, eine von den ganz Großen. Die Käufer kommen zu ihr, ins Haus. Nur die wenigsten können sich ihre Stoffe leisten, teuerste Stoffe, für exklusive Kleidung. Aber diese wenigen kommen. Und kaufen. Mächtige, Schöne, Reiche. Trotz ihres beruflichen Status merkt die Geschäftsfrau deutlich: Sie ist eine Frau, ist eine Frau, ist eine Frau. Das jedenfalls lassen die Männer sie spüren. Und nicht nur im Geschäftsleben, auch im gesellschaftlichen Leben, selbst im religiösen. Gerade da tut es ihr besonders weh, denn dort, scheint ihr, geht es um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Darüber würde sie gerne mal reden. Sie hat genug gesehen, sie weiß, teure Kleider, schöne Gesichter, potente Männer davon sollte man sich nicht zu viel versprechen.
Darum hat sie auch den Götterglauben, der in ihrer Gesellschaft üblich ist, schon hinter sich gelassen. Schöner, besser, potenter, das ist Thema auch bei den Göttern: Ein Gott sägt am Stuhl des anderen, einer entmannt seinen Vater und reißt die Weltherrschaft an sich. Aber sein potenter Sohn entmachtet wiederum ihn. Kämpfe, Intrigen, Niederlagen die Götter sind derart mit sich beschäftigt
und sollen für Glück und Unglück der Menschen zuständig sein!? Hah!
Seit einiger Zeit hält die Händlerin sich darum zu den Juden, Leute, die allein an den einen Gott glauben. Dieser Gott sagt zu seinem Volk: »Ich bin der Herr, dein Gott, dein einziger Gott. Ich habe dich befreit aus der Sklaverei.« Klar, die Geschäftsfrau weiß, damit ist diese große Sache damals in Ägypten gemeint, wo das ganze Volk für den ägyptischen Gottkönig schuften musste. Aber der eine Gott hat sein Volk befreit. Glücklich, wer zu diesem Gott gehört.
Aber so richtig dazugehören tut sie nicht. Erstens, sie ist eine Ausländerin, Griechin. Da kann sie nur zu den »Gottesfürchtigen« gehören, aber nicht zu den Gotteskindern. Sagen die, die schon seit Generationen dazu gehören. Zweitens, sie ist eine Frau. Die Frauen dürfen nicht in das Heiligste und dort beten, sagen die Männer. Darum sitzt sie mit den anderen Frauen draußen am Fluss und betet dort und redet.
Da kommen zwei Männer zu ihnen, offensichtlich sind es Juden. Setzen sich zu ihnen, hören zu, fragen nach. So etwas gibt es doch gar nicht. Aber es ist gut so! Und was sie erzählen, ist noch viel besser. Sie erzählen von dem einen Gott, der die Menschen auch heute noch befreit, der selber ein Mensch wurde, Jesus, damit die Menschen Gott besser begreifen, die Freiheit erleben können. Ein Satz trifft das Herz der Frau: »Für Jesus Christus zählt weder Mann noch Frau, nicht Griechin oder Jüdin, nicht Herr oder Sklave. In Jesus Christus seid ihr alle gleich. Und wenn ihr zu Christus gehört, seid ihr Gottes Kinder.«
Es gibt Dinge, die gibt es eben doch! Die Geschäftsfrau handelt beherzt: Zu diesem Gott, Jesus Christus, will ich gehören. Kommt, ich möchte getauft werden, mit Haus und Hof: Alle sollen diese Freiheit erleben. Das ist das wahre Leben!
Dinge, die es nicht gibt
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