Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

17.12.07, Pfarrer Eko Alberts

Wort des Lebens

Wenn die Adventszeit zu Ende geht, wächst die Erwartung - doch in zehn Tagen wird es wieder dasselbe Lied sein:

Das Kind in der Krippe bleibt weit dahinten und versinkt in den Schleiern einer ausschmückenden Erzählung. Das ganze Szenario von Weihnachten mit der Nähe Gottes und dass der Himmel nicht mehr verschlossen ist – dann nur noch ein schöner Traum. Auch wenn der Schmuck noch in den Räumen hängen wird: der Festtagsnebel wird sich wieder gelichtet haben und dann werden wir den Blick fest auf ein neues Jahr richten.

Advent und Weihnachten also nicht mehr als eine Kuschelecke fürs fromme Gefühl? Hat das, was Christenmenschen den Geschichten von Advent und Weihnachten entnehmen, mit dem wirklichen Leben zu tun? Oder spielt das alles nur in einer Traumstunde?
Die Historiker entzaubern die Bilder: Die Datierung der Weihnachtsgeschichte bei Lukas: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging,...“ und die Datierungen der Weltgeschichte wollen nicht harmonieren. Die Erzählung mit der Reise nach Bethlehem ist durch keinerlei außerbiblische Spuren nachzuweisen.

Das könnte verunsichern. Gibt es denn etwas, woran wir uns halten können, was wahr ist? Es ist die Frage, worum es uns dabei wirklich geht. Wollen wir die historische Wahrscheinlichkeit einer besonderen Geburt eines besonderen Kindes am 24. Dezember im Jahre Null in Bethlehem  – damit wir nicht zu dumm dastehen, wenn wir das Kind in der Krippe besingen? Oder wollen wir mehr? Etwas, was in unserem Leben wirksam werden kann? Wollen wir eine Begründung für eine Riesenveranstaltung im Dezember oder ein Wort fürs Leben, ein Lebenswort, das in uns eindringt und uns Leben und Hoffnung, Gewissheit und Kraft geben kann?

Wenn ich die Sehnsucht in unserer Welt, das sehnende Suchen, richtig verstehe, dann wollen wir nicht nur einen Mega-event. Wir wollen auch nicht nur Stimmungen ausgeliefert sein oder uns ihnen ausliefern. Für das, was wir wirklich wollen, haben wir kaum Worte. Unser Sehnen und Hoffen richtet sich auf etwas, was uns in den tiefsten Tiefen unserer Existenz berühren und bewegen könnte, so dass unsere Seele davon bestimmt wäre. Das wäre wahrhaftig einen Weihnachtswunsch wert!

Doch wenn das, was wir zu Weihnachten hören können, wirklich ein solches Wort des Lebens sein soll, dann reichen uns nicht nur Geschichtchen und mehr oder weniger stilvolle Verpackung. Geht es um das, womit wir unser Leben wagen können, dann brauchen wir ein robustes, ein bewährtes Wort. Einen Kern, der sich aus all den Geschichten und Ritualen wieder herausschälen lässt – und hält, was er verspricht. Im innersten Herzen möchten wir es glauben dürfen: Gott gibt diese Welt nicht auf – und mich auch nicht.  Darum geht es Advent und Weihnachten. Doch um darauf vertrauen zu können, möchten wir eine Bestätigung. Wir brauchen so etwas wie ein Gütesiegel für dieses Versprechen.  Zeugenaussagen wären hilfreich. Augenzeugen wären gut. Und Erfahrungszeugen. Solche, die Erfahrung mit der Sache haben, Experten eben.

Die gibt es, Gott sei Dank. Was wir weitergeben, das vom Wort des Lebens, das haben wir selber gesehen, berichten sie in der Bibel. Wir bezeugen euch das Wort des Lebens von Gott. Sein Sohn ist Wort des Lebens. Das haben wir gesehen und erfahren. Ihr dürft euch wahrhaftig darauf einlassen.

 

Audiobeitrag Wort des Lebens


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen