Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

18.12.07, Pfarrer Eko Alberts

Das verlässliche Wort

Gibt es zu Weihnachten etwas Verlässliches? Etwas fürs Leben? Die Bibel sagt: Was Weihnachten in die Welt kommt, ist Gottes großes Ja. Es ist sein Wort zum Leben.

Das gewinnt Gestalt in dem Kind in der Krippe.Und die Jüngerinnen und Jünger, die Apostel werden für alle Zeit die autorisierten Zeugen dieses Geschehens sein.

Sie beurkunden mit ihrer Unterschrift und sagen: „Was wir euch verkünden, das haben wir uns nicht ausgedacht. Das vom Wort des Lebens und von dem Leben, das damit in die Welt gekommen  ist, das gilt! Wir haben es selbst gehört“ , so sagen sie.

Wir könnten einwenden: „Ach, was haben wir nicht alles schon gehört! Wie oft war da nicht jemand, der gesagt hat: ich verspreche euch das Leben! Bei mir gibt es Brot und Spiele; bei mir werdet ihr Großmacht, bei mir Herren der Welt und in meinem Namen ist Heil. Und nachher war da nur Unheil und Unfreiheit und Krieg und Tod. Also: ihr habt es gehört? Das reicht uns nicht..“

Und die Zeugen sagen: „Wir haben es nicht nur gehört, wir haben es mit eigenen Augen gesehen, das Wort des Lebens.“ „Das ist schon etwas“, räumen wir ein, „wir wollen auch immer erst sehen, bevor wir etwas kaufen. Die Katze im Sack hat keiner gerne. Aber auch das reicht nicht immer. Was ist uns nicht alles schon gezeigt worden! Bilder und Schauspiel können so täuschen und andere Welten vorspiegeln. Die Bilder wechseln so schnell und mit einem geschickten Schnitt und richtiger Technik können wir sogar Bilder erzeugen von Welten, die es gar nicht gibt. Totale Illusion.“ 

Darauf die Zeugen: „Wir haben es auch betrachtet, das Wort vom Leben. Wir haben uns Zeit genommen und Ruhe. Wir haben es eingehend unter die Lupe genommen und uns nicht mit einigen flüchtigen Blicken begnügt.“

Wir antworten wieder:  „Das mag schon sein. Das wollen wir auch gar  nicht in Zweifel ziehen. Aber wenn wir unsere ganze Gewissheit darauf bauen sollen, wenn wir unser ganzes Leben und die tiefsten Hoffnungen unserer Seele und unseren heiligsten Glauben darauf gründen wollen, dann hätten wir gerne noch mehr Sicherheit. Versteht uns richtig: es geht ja nicht um eine Kleinigkeit. Es geht um unser ganzes Leben. Um alles.“

Und die Zeugen sind – wundersam genug – noch nicht ungeduldig geworden und auch nicht pikiert und antworten: „Wir verstehen das seht gut. Auch wir selber wollten ja nicht irgendwelchen Wunschträumen und Illusionen erliegen. Darum war es auch uns mit dem Hören und dem Sehen mit den eigenen Augen und dem Betrachten noch nicht genug: wir wollten es auch mit den Händen greifen. Und darum haben unsere Hände es auch betastet.

Wir haben es auch gefühlt und empfunden, es geprüft und getestet, das vom Wort des Lebens, das Jesus Christus ist. Wir haben mit ihm gegessen und getrunken. Nicht aus der Luft gegriffen ist es; wir haben es empfangen und sind seine Zeugen und bestätigen mit unserer Unterschrift, dass dies wahr und zuverlässig ist: Das Leben ist erschienen!“

Seitdem geht diese Botschaft weiter, in unaufhörlicher Kette. Sie stiftet Gemeinschaft und Freude. Sie macht zum Leben Mut. Advent ist die Einladung, daran Teil zu haben.

 

 

Audiobeitrag Das verlässliche Wort


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