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Umkehr
O-Ton 1: Aufgewachsen bin ich unter harten Bedingungen. Allein schon durch meinen Vater, der sehr streng war und auch sehr viel Alkohol getrunken hat.
Sprecherin: Angelo hatte es schwer. Hat während seiner ganzen Kindheit und Jugend ziemlich leiden müssen. Und kämpfen müssen.
O-Ton 2: Ja und dann ist das irgendwann passiert, dass ich halt von zu Hause wegmusste, weil mein Vater zu krass war. Das war dann mit 15. Da bin ich ins Heim gekommen. Oder freiwillig dahingegangen.
Sprecherin: Das Heim war allerdings auch kein Ort, wo Angelo nach dem ganzen Familienstress zur Ruhe kommen konnte. Im Gegenteil - auch im Heim musste er kämpfen:
O-Ton 3: "Und ein Freund von mir, der dann damals ins Gefängnis ging, der war in diesem Heim und hat mir gesagt: Wenn du da bist, beweise dich direkt. Also egal, wie stark da derjenige ist, box dich mit dem, nur damit die Leute sehen, dass du Mut hast!.
Sprecherin: Statt Geborgenheit fand Angelo im Heim jede Menge Leute, die ihn in krumme Sachen reinzogen:
O-Ton 4: "Dementsprechend kommt man in die Kreise: Drogen, Freunde, die nur Kacke bauen. Und das war lange so, bis dann halt irgendwann die Polizei angeklopft hat. Und dann gings drei Jahre vor Gericht, mit Verhandlung hier, Verhandlung da.
Sprecherin: Für Angelo sah es lange so aus, dass er sein Leben zwischen Kriminalität, Gerichtsterminen und Knast leben würde.
O-Ton 5: Dann irgendwann bin ich noch mal aufgewacht und hab mir überlegt: So viele sind jetzt ins Gefängnis gegangen. Was machst du jetzt? Willst du jetzt so weitermachen? Oder nicht? Ich hab mich entschieden: Ich hör auf damit. Ich halt mich da raus. Und das war dann für mich mein Schritt, den ich gehen musste."
Sprecherin: Heute macht Angelo eine Ausbildung. Verdient zwar viel weniger als in seinen kriminellen Zeiten. Aber lebt ohne Angst. Und: in Freiheit.
Sprecherin: Christiane Birgden
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