Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

06.12.07, Christiane Birgden

Der leere Glückskeks

Mattes sitzt in der Küche. Auf dem Tisch ein Skalpell, jede Menge Krümel und ein Berg Glückskekse. „Was um alles in der Welt wird das?“ frage ich.

„Ich verschenke dieses Jahr Glück!“ grinst Mattes. „Aber es ist ziemlich tricky das Glück in diese Kekse zu kriegen.“ Sprichts, sticht mit dem Skalpell in einen Keks und trennt ihn vorsichtig auf.

„Ich dachte immer, Glückskekse sind schon so eine Art Glücksorakel.“

„Klar, nomalerweise finden sich da so Allerweltweisheiten. Wie die hier.“ Er fischt ein Spruchband aus dem geöffneten Keks.

Ich lese: „Sobald der Berg überschritten ist, wird es dir besser ergehen. Na, toll!“„

Mattes betupft währenddessen vorsichtig die Schnittstelle mit Wasser. Presst sie zusammen und wirft den leeren Glückskeks zu den anderen.    „Wenn du dich vollstopfst mit den ganzen Anweisungen zum Glücklichsein: Lauf 10 km, dann bist du glücklich, such dir eine neue Freundin. Räum deinen Schrank auf. Dann machst du dir auch nur Stress, das alles zu befolgen. Die Glücksforscher sagen: Glück geschieht ganz nebenbei. Wenn du ganz selbstvergessen bist, in einen Flow kommst, bist du glücklich. Passiert zum Beispiel, wenn du dir eine Aufgabe stellst.  Deshalb entferne ich schon den ganzen Abend aus diesen Keksen alle Gebrauchsanweisungen. Getreu dem Spruch: Wenn du ganz leer bist, dann kann sich das Glück breitmachen. Und die leeren Kekse kriegt ihr dann zu Weihnachten! Natürlich hübsch verpackt!“

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Der leere Glückskeks


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