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Glauben gibt Mut
Viele denken: Glauben ist etwas für Schwache! Was aber bedeutet der Glaube für Menschen, die mitten im Beruf stehen, vielleicht sogar Erfolg haben?
Ist die Frage Wer oder was trägt mich im Leben? da wirklich uninteressant? Darüber sprach ich mit Prof. Dr. Otto Strecker, der viele Jahre Unternehmensberater war.
O-Ton: Die Fragen entstehen gerade bei Selbstständigen aus ihrer speziellen Situation, die dadurch geprägt ist, dass sie jeden Tag mit ihrer ganzen Existenz ins volle Risiko gehen müssen. Und zu diesem Beruf des Selbstständigen gehört Mut jeden Tag von neuem dieses Risiko zu akzeptieren und an der Bewältigung zu arbeiten. Wir erfahren im Glauben, dass der Glaube uns eine Kraftquelle ist, die diesen Mut ermöglicht.
Autor: Heute ist Prof. Strecker im Ruhestand und lebt mit seiner Frau in Bonn. Nach der politischen Wende 1989 war er mit Freunden geschäftlich in Osteuropa unterwegs.
O-Ton: Und ich bemerkte dann, wenn ich in eine evangelische Kirche kam, dass diese Gruppe von Selbständigen dort praktisch bisher nicht vorkam. Da war eine große Distanz. Und wir haben gedacht: Wir müssen versuchen, diese Distanz zu überwinden. Das ist für beide Seiten gut. Das ist gut für die Kirche, das ist gut für die Menschen in selbstständigen Berufen.
Autor: Den Mut den Prof. Strecker und seine Kollegen im Glauben finden, wollen sie an die Existenzgründer in Mittel- und Osteuropa weitergeben.
O-Ton: Wir wollen die Selbstständigen in Mittel- und Osteuropa ermutigen. Mut kann aus Glauben wachsen und darum haben wir diese Zusammenarbeit entwickelt zusammen mit den evangelischen Kirchen in den Ländern Mittel- und Osteuropas.
Autor: Prof. Strecker gründet mit seinen Freunden den Verein INITIATIVE. Auf ehrenamtlicher Basis bieten hier christliche Unternehmer den Kollegen im Osten Seminare an, aber auch individuelle Beratung und sie laden sie als Gäste nach Deutschland ein. Dabei geht es zunächst um Fragen des beruflichen Alltags.
O-Ton: Aber es kommt immer wieder die Frage - wenn wir über Marketing sprechen: Wie ist denn das ethisch zu beurteilen, wenn ich eine bestimmte Maßnahme ergreife. Es gibt kein Thema, bei dem nicht die Grundhaltung des Menschen hinein spielt. So wird das überall deutlich.
Autor: Gesprächsstoff gibt es da reichlich: Als Unternehmer hat man viel Verantwortung. Da gibt der Glaube nicht nur Orientierung, sondern ich kann auch mit ihm in Konflikt geraten.
O-Ton: Ja, solche Gewissenskonflikte gibt es natürlich jeden Tag und dafür gibt es viele Beispiele, und ich muss vorweg sagen: Es gibt auch nicht eine Patentantwort die ich einem anderen Unternehmer geben kann und sagen: Du musst in diesem Konflikt, dich so oder so verhalten.
Autor: Zwar gibt der Glaube in solchen Gewissenskonflikten Werte an die Hand, an denen ich mich orientieren kann. Wichtiger aber ist Prof. Strecker etwas anderes:
O-Ton: Christen können versuchen im Gespräch mit Gott und auch im Gespräch miteinander zu erkennen, was für sie jetzt von Gott gewollt ist. Ein Freundeskreis wie Initiative kann dafür eine große Hilfe sein.
Autor: Ich habe einiges aus dieser Begegnung gelernt darüber wie mein Glaube mich im Privaten und im Beruf prägt. Weil Gott mich trägt, kann ich im Leben etwas riskieren und ich kann diesen Mut mit anderen teilen und ihn weitergeben. Die Begegnung mit einem Unternehmer, der auf seine Weise jeden Tag im Risiko lebt, hat mir für diese Seite meines Glaubens die neu Augen geöffnet.
Glauben gibt Mut
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