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Robin Hood reloaded
Es klingt wie ein modernes Märchen. Viele Jahre lang hat ein Bankangestellter in Baden-Württemberg reiche Kunden betrogen.
Er zweigte heimlich Geld von ihren Konten ab und überwies es Arbeitslosen und sozial Schwachen. Für sich selbst behielt er nichts. Mehrere Jahre ging das so. Ohne das der Schwindel aufgeflogen wäre. Am Ende hatte der Bankangestellt über zwei Millionen verschoben.
Dann hielt er die Betrügereien nicht mehr aus und informierte die Bank über seine Mauscheleien. Vor Gericht sagte der Mann aus, er hätte Mitleid mit den ärmeren Bankkunden gehabt. Und ihnen deswegen immer mal wieder Geld überweisen. Dem Richter war das egal. Er verurteilte den Bankangestellten wegen Untreue zu fast drei Jahren Haft.
Ist der Mann nun ein Verbrecher? Oder doch eher ein Wohltäter? Ein moderner Robin Hood?
Juristisch ist die Sache klar. Es geht nicht, anderer Leute Konten zu manipulieren. Und wer siebenstellige Geldbeträge veruntreut Ist ein Betrüger und muss bestraft werden.
Andererseits wollte der Banker sich nicht selbst bereichern. Sondern nur für ein bisschen Gerechtigkeit sorgen. Und die wohlhabenden Bankkunden haben nicht einmal gemerkt, dass auf ihren Konten etwas fehlte.
Vielleicht kann man das so sagen: Der Mann ist ein Verbrecher! Aber einer mit Herz.
Sprecher: Michael Birgden
Robin Hood reloaded
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