Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

06.11.07, Pastorin Beate Raguse

Don´t try so hard

Musik: CD: Queen, Innuendo LC 0299 Musik: If you’re searching out for something –Don’t try so hard If you’re feeling kinda nothing

Don’t try so hard
When your problems seem like mountains
You feel the need to find some answers
You can leave them for another day
Don’t try so hard

Autorin: Wenn du nach etwas suchst,
mach’s dir nicht so schwer,
wenn du eine Art Nichts in dir fühlst
mach’s dir nicht so schwer
Wenn deine Probleme groß wie Berge erscheinen,
du unbedingt Antworten finden willst,
lass es liegen bis zum anderen Tag.

Don’t try so hard. Mach´s dir nicht so schwer. Es klingt gerade so, als wolle Freddie Mercury uns beschwören, wenn er diesen Satz ständig wiederholt. Freddie, der Sänger von Queen, der wenige Monate nach Erscheinen des Liedes starb. Auf der Bühne war er immer kraftvoll, sprühend, extrovertiert. Er zeigte sich gerne mal im Hermelin, in englischer Flagge oder einfach im Muskelhemd. Er war einer, der das Leben liebte, einer, der sich für das  Schillernde begeisterte und für das Extreme. Das war so und es blieb so bis zum Schluss. Als Queen die CD „Innuendo“ –auf Deutsch: Andeutung- produzierte, war Freddie todkrank. Innuendo wurde sein musikalisches Vermächtnis an uns, intensiv und eindringlich.

Musik: But if you fall and take a tumble-It won’t be far
If you fail you mustn’t grumble-Thank your lucky stars
Just savour every mouthful. And treasure every moment
When the storms are raging round you. Stay right where you are
Don’t try so hard

Autorin: Wenn du ins Fallen gerätst und taumelst,
du bist nah daran, wenn du versagst, grüble nicht,
danke deinen glücklichen Sternen, koste jeden Bissen
und schätze jeden Augenblick, wenn die Stürme um dich herum wüten
bleib da stehen, wo du bist.

Lebe mit deinen Schwächen, koste die Schönheiten des Lebens aus: „Innuendo“ ist voll von Lebensphilosophie, von religiösen Anspielungen. Wir sind alle Gottes Leute, singt Freddie, und fordert auf, gastfreundlich und großzügig zu sein. Und wenn er singt „liebe  und sei frei“ oder „wende dich nicht von Gottes Geboten ab“, scheint es, als sei er in christlicher Mission unterwegs. 

Doch: Farrokh Bulsara – wie Freddie Mercury bürgerlich hieß- ist als strenggläubiger Parse aufgewachsen. Seine Eltern gehörten der altpersischen Religion an, deren Anhänger überwiegend in Indien leben. Dass es auf „gute Taten, gute Worte und gute Gedanken“ ankommt, lernte Freddie bereits als Kind. Und dass es zur Religion der oft wohlhabenden Parsen gehört, für karitative Zwecke zu spenden, aber auch das Leben zu genießen und zu feiern.

Musik: Oh what a beautiful world. Is this the life for me.
Oh what a beautiful world. It’s he simple life for me.
Don’t try so hard. Ooooh don’t take it all to heart. It’s only fools they make these rules. Don’t try so hard

Autorin: Welch eine wundervolle Welt, das ist das Leben für mich,
müh’ dich nicht so, nimm dir nicht alles so zu Herzen, es sind nur Narren, die diese Regeln machen.
Feiern und die wundervolle Welt genießen. Welche Rolle spielt das eigentlich bei uns Christen? Spontan könnte man denken, eine geringe. Und doch: im nächsten Monat hat uns der Gesetzgeber direkt drei kirchliche Feiertage eingeräumt. Drei Tage lang können wir die Geburt Jesu feiern, das Menschwerden Gottes. Für uns eine gute Gelegenheit, Freddies Lebensphilosphie einfach mal auszuprobieren.
Wie das ist, wenn man es sich nicht mit allem so schwer macht, sondern einfach mal feiert. Vielleicht erleben wir dann auch den Alltag als weniger mühevoll.

 

Audiobeitrag Don´t try so hard


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen