Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

10.11.07, Silke John

Sehnsucht

Wunderbarer Sternenhimmel! Blauschwarz die Nacht, golden glitzernde Sterne. Atemberaubende Stille. Das war der Moment, als ich es gefühlt habe.

Dieses komische sehnsuchtsvolle Gefühl, das mich manchmal beschleicht. So, als wäre das hier: der Sternenhimmel, die Ruhe um mich herum, nicht alles. Als ob es da noch mehr geben müsse.
Ein Gefühl, das sich schwer beschreiben lässt.

Es ist doch so: Wenn man einen Freund hat, den man wirklich liebt, dann gibt es doch manchmal Momente, wo man denkt, das kann doch nicht alles gewesen sein; hat man aber keinen Freund, hat sich in seinem Singleleben eigentlich gut eingerichtet, so fragt man sich doch manches Mal, ob einem nicht doch etwas fehlt.

Irgendetwas ist immer nicht ganz richtig. Man hat das Gefühl, das – bei alledem, was man hat – da doch irgendetwas fehlt. Als ob es da noch mehr geben müsste.

Es gibt da so ein Lied, dass dieses Gefühl gut beschreibt:
„Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.“

Ich finde das Lied deshalb so toll, weil es diese Sehnsucht in uns beschreibt als etwas ganz normal Menschliches. Wie Hunger oder Durst. Ich hoffe, dass bei Gott dieses unergründliche Sehnen ein Ende hat, dass wir bei Gott ganz sind – ganz glücklich, ganz und gar zufrieden.

Sprecherin:Christiane Birgden

Audiobeitrag Sehnsucht


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