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"Erwartungsvoll"
Wer glaubt heute noch Wunder, liebe Hörerin, lieber Hörer? Kaum einer, oder? Aber irgendwie warten wir alle darauf! Ein Mann erzählte mir:
Ich war 13, da habe ich angefangen um ein Wunder zu beten: Ich saß allein in einer Kirche. Im Kopf hatte ich die Bilder hungernder Menschen in Afrika. Ich betete: Es muss doch Hilfe geben. Warum greift Gott nicht ein. Damit wir endlich begreifen, was wir tun können? Ich betete verzweifelt und hoffte auf eine Antwort. Aber ich hörte nichts. Und es veränderte sich auch nichts. Es war zum Verzweifeln.
Dennoch habe ich nie aufgehört zu beten. Ich habe mich später immer wieder daran festgehalten, dass diese Welt nicht bleiben kann, wie sie ist. Und dass sie ganz anders, besser werden kann, und dass sie es wird. Manchmal war ich nahe dran, das Beten zu lassen. Weil ich dachte, Gott hört mich doch nicht, er redet einfach nicht mit mir und tut auch nichts..
Von Jesus wird erzählt, dass er auf einer Straße unterwegs ist, an der ein Blinder seinen Bettelplatz hat. Als der Blinde hört, wer da ist, schreit er verzweifelt nach Jesus. Alle bitten ihn sein peinliches Schreien zu unterlassen, aber sein Schrei wird lauter bis Jesus ihn endlich hört:
Ich sehe was, was ihr nicht seht: Jesus verwandelt unsere Welt, der Anfang ist gemacht: ich weiß, das ers tun wird. In diesem Jesus ist Gott selbst unterwegs. Darum wird alles heil und gut.
Sein Vertrauen macht ihn sehend. Blind wie er war, hat er etwas gesehen, was andere nicht sehen. Dieser Mann erlebt mit Jesus, wie sein Leben sich erstaunlich verwandelt. Auf spürbare Weise zeigt Jesus den Menschen eine Welt, die alle ihre Erwartungen übersteigt: Endlich wird geheilt, was jahrelang schmerzt und quält. Jesus wendet sich den Menschen zu, redet mit ihnen und berührt sie heilsam. Und begegnet ihnen als ein Gott zum Anfassen. Gott selbst wird berührbar. Diesen Menschen wird etwas geschenkt, was ihr Leben verändert.
Ich denke an den 13 Jährigen, der nicht aufgehört hat zu beten. Sein Leben lang gibt er nicht auf, zu rufen und zu schreien für eine gerechte Verteilung der Güter dieser Welt. Er lässt nicht locker und gibt nicht auf. Und liegt Gott in den Ohren.Er lässt seine Träume nicht auslöschen von schlechten Aussichten. Sein Gewissen lässt er nicht begraben von den Stimmen, die seine Gebete für aussichtslos halten.
Solange diese Gebete nicht verstummen, ist das Wunder möglich. Gott hat bestimmt keine Erwartung geschaffen ohne auch die Wirklichkeit zur Hand zu haben, die als Erfüllung dazu gehört. Die Erwartung ist unser Weg. Sie führt uns zum Ziel.
"Erwartungsvoll"
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