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PorNO!
Zehn Milliarden Dollar Umsatz macht die Pornoindustrie in Amerika. Nicht mal die Musik- oder Sportindustrie spielt so viel Geld ein.
Deutschland gilt sogar als zweitgrößter Pornomarkt der Welt. Und mittlerweile gibt es sogar Pornoaktien, die an den Börsen hoch gehandelt werden.
Warum? Weil man früher in ein dunkles Hinterzimmer gehen musste, um einen Pornofilm ansehen zu können und man im Gegensatz dazu heute alle Filme jederzeit und überall empfangen kann. Via Internet, auf DVDs, sogar auf Handys.
Nun könnte man als aufgeklärte Frau ja einfach sagen: Ist doch O.K. so! Zu meiner Zeit hat man selbst die Bravo noch heimlich gelesen und sich nicht gewagt, über Sexualität vor allem weibliche Sexualität - offen zu unterhalten. Jetzt ist eben alles befreiter und lockerer. Das ist doch eigentlich, gerade für die Frauen, begrüßenswert - oder?
Nein. Denn leider ist das Gegenteil der Fall. Die Pornofilme werden immer aggressiver und sexistischer und werden von einem immer jüngeren Publikum konsumiert. Sie haben eigentlich nur eine Botschaft: Wie man Frauen am besten erniedrigt, beleidigt und quält. Und parallel dazu wird mittlerweile eigentlich jeder nur denkbare Bereich unserer Gesellschaft auch pornografisiert. Frauenmord, Vergewaltigungen, Gewalt gegen Frauen grassieren seit Jahrzehnten in Popkultur, Film, Computerspielen und Werbefotografie. Und: Es wird immer schlimmer. Die Trennung zwischen virtuell und real ist in Wahrheit unhaltbar. Das, was wir tagtäglich sehen und konsumieren, hat einen großen Einfluss auf unsere Psyche, auf unsere Seele.
Und diese Erkenntnis ist nicht neu. Wenn ein Psalmbeter in der Bibel betet: Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele, dann ist das eine sehr weise Bitte. Denn unsere Seelen brauchen Schutz. Das, womit wir unsere Seele speisen verändert uns. Hat große Auswirkungen auf uns und unser Verhalten.
Mir kann doch keiner erzählen, dass ein Mann, der am Abend zuvor einen Film gesehen hat, in dem Frauen nur dafür da sind, um erniedrigt vergewaltigt und geschlagen zu werden - mir am nächsten Tag als Frau normal begegnen kann, ohne diese Bilder im Kopf zu haben. Natürlich wird sich sein Bild von Sexualität verändern! Wenn er ständig sieht, dass Frauen in Filmen zu allem bereit sind und beliebig benutzt werden können. Sein Bild seine Erwartungen an Sexualität verändern sich doch! Dass viele Pornodarstellerinnen ein gestörtes Verhältnis zu ihrem eigenen Körper haben bzw. gestörte Beziehungen zu Männern, das ist sicher keine Neuigkeit. Dass aber auch die Konsumenten Schaden an ihrer Seele nehmen und es indirekt auch Auswirkungen auf alle Frauen hat. Das wurde lange ausgeblendet.
Doch jetzt ist es schwarz auf weiß belegt, daß die immer stärker werdende Pornografisierung in unserer Gesellschaft vor allem unseren Kindern und Jugendlichen schadet. Fakt ist: die emotionale Intelligenz und Empathiefähigkeit haben bei Jugendlichen enorm abgenommen die Gewaltbereitschaft aber hat zugenommen. So das Ergebnis einer Langzeitstudie des Münchner Instituts für rationelle Psychologie, die die Auswirkungen von Pornografie untersucht hat. Vor allem in den letzten fünf Jahren sei eine dramatische Entwicklung festzustellen, so der Neuropsychologe Prof. Henner Ertel gegenüber der Frauenzeitschrift Emma.
Was tun? Sexismus und Pornografie ernst nehmen. So ernst wie den Rassismus. Und sich wehren. Zum Beispiel durch offenes Reden und auf das Problem aufmerksam machen! Nur so kann sich was ändern! Und nur so können wir es stoppen!
PorNO!
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