|
White is beautiful
Südafrika. Wir fahren mit dem Taxi vom Flughafen zum Hotel.Wie merkwürdig. Alles nur weiße Autos.
Meine Freundin Maria zeigt auf die Automassen, die sich langsam Richtung Johannesburg quälen. Von zehn Autos sind vielleicht mal gerade zwei rot oder schwarz oder silbern. Alle anderen schneeweiß. Ganz anders als bei uns in Deutschland. Da sieht man ja fast nur schwarze oder silberne Autos.
Weißer Lack kostet eben keinen Aufpreis beim Kauf meint Patrick, unser Taxifahrer. Das wäre eine Erklärung, klar. Aber warum fahren dann auch so dicke Schlitten in weiß herum? Deren Besitzer hätten zweifellos auch das Geld für ein Auto in jeder beliebigen Farbe gehabt. Maria schiebt es auf das Klima: Weiße Autos heizen nicht so schnell auf wie dunkle. Das wäre auch eine Erklärung. Aber warum fahren dann in Spanien so wenig weiße Autos herum?
Im Hotel liegt eine Tageszeitung auf dem Tisch. In fetten Buchstaben fragt die Schlagzeile: Wann werden Südafrikaner ihre Farbbesessenheit los? In dem Artikel geht es um die noch immer bestehenden Vorurteile den unterschiedlichen Hautfarben gegenüber. Je heller, desto besser. Weiß sein, heißt reich sein und Macht haben. Auch nach dem Ende der Apartheid sitzt die Rassentrennung noch viel zu fest in den Köpfen der südafrikanischen Gesellschaft. Immer noch gilt: White is beautiful! Weiss ist schön! Wenn das nicht mal auch auf den Autokauf abfärbt.
Sprecherin: Christiane Birgden
White is beautiful
|