Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

24.10.07, Stefanie Schardien

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Südafrika, Johannesburg. Die Skyline ist gigantisch. Ein Meer von silbrigen Wolkenkratzern gleitet am Taxifenster vorbei. „Hier pulsiert das Leben“, denke ich.

Patrick, der Taxifahrer, seufzt, als ich ihn darauf anspreche. „You’ll see.“ „Du wirst schon sehen.“ sagt er. Minuten später weiß ich, was er meint. Ganz viele der Häuser stehen schlicht leer. Die Firmen und Hotels sind wegen der hohen Kriminalität fast komplett aus der Innenstadt abgewandert. Viele Hochhäuser sind verbarrikadiert. Überall eingeworfene und zersplitterte Fensterscheiben. Eine Geisterstadt.

Die Reichen kaufen mittlerweile in den großen Einkaufszentren in den Vororten ein. Die sind nur mit dem Auto zu erreichen. Und was machen die anderen?

Zwei Straßenecken weiter zeigt er es mir. Nicht nur weil die Mieten so günstig sind, sondern auch als Statement gegen die Malls eröffnen dort seit einiger Zeit nämlich wieder kleine Geschäfte: Keine Ketten, mehr Tante Emmaläden, Geschäfte mit Klamotten und Haushaltwaren. Für alle gut erreichbar, nicht nur für die mit Auto.

Natürlich: Geschäfte allein erwecken eine City nicht wieder zum Leben. Aber wo Läden öffnen, da kümmern sich deren Besitzer um die Häuser. Die Menschen trauen sich zurück in die Stadt, fühlen sich wieder sicherer auf den Straßen. Langsam aber sicher kann man eine Geisterstadt offenbar besiegen: Man muss nur seinen guten Geist einziehen lassen.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

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