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Der Raum der Stille
Guten Morgen und herzlich willkommen zu einer neuen Woche ! Wie - die wird nicht so gut? Schule beginnt wieder, Herbstferien und Urlaub sind vorbei,
heute ist der erste Tag wieder im ernsten Leben? Ach, machen Sie sich nichts draus. Wird schon nicht so schlimm werden. Lassen Sie es heute erst mal ruhig angehen und kommen Sie langsam wieder rein. Und wenn Sie dann in der Woche wieder in den alten Trott reinkommen, der Stress wieder der alte ist, der Chef Sie zu Unrecht kritisiert und Ihre Kinder nicht so wollen wie Sie, dann habe ich einen Tipp für Sie. Schaffen Sie sich einen Raum der Stille, in den Sie sich zurückziehen können.
Damit meine ich nicht unbedingt einen richtigen Raum. Wie ein Büro, das leer steht oder ein Archiv oder einen Besprechungsraum, der selten genutzt wird. Solche Räume sind ja kaum vorhanden. Und wenn, ist es ja ein bißchen komisch, da reinzugehen. Vor allem, nach einer Zeit der Stille und Besinnung da wieder rauszukommen und Kollegen auf dem Gang zu begegnen. Nein, was ich meine, ist ein innerer Raum der Stille. Ein Raum, den Sie in sich selbst schaffen. Ein Raum, in den keiner von außen hineinkommt. Ein Raum, in dem es egal ist, was andere von Ihnen halten. Wo es keinen Streß gibt und keine Arbeitsüberlastung. Ein Raum frei von Kritik, Ablehnung und überzogenen Erwartungen. All das hat dort keinen Platz.
Das ist schwer einzurichten, meinen Sie? Klar, die Kritik der anderen trifft mich trotzdem. Der Streß am Arbeitsplatz hört nicht auf und der Ärger bleibt. Aber - genau damit hat der Raum der Stille nichts zu tun. Er muss extra eingerichtet werden. Quasi an Ihr inneres Haus angebaut. Mit dicken Türen und Fensterläden versehen, so dass der Alltag und was Sie quält nicht eindringen kann. In diesem Raum kann ich aufatmen, zu mir kommen. Es ist der Raum der inneren Freiheit und Ruhe. Aber das ist nicht alles. In diesem Raum kann ich an meine Wurzeln zurück. An meinen wahren Kern. An den Menschen, den Gott gemeint hat, als er mich geschaffen hat. Einmalig, unverwechselbar. Einen Menschen, der ausgeglichen ist und in sich ruht. Einen Menschen, der begabt ist und viele tolle Fähigkeiten hat. Einen Menschen voller Würde. Und vielleicht entdeckt ja der eine oder andere Gott in diesem Raum in sich.
Denn der Friede, der dort herrscht, ist so tief und schön, wie er nur von Gott kommen kann. Ein Friede, der, wie es einmal ein Mönch beschrieb, erhabener ist als jedes Verstehen und der unsere Herzen behütet. Ein Frieden, der Kraft gibt, der frei macht. Einen Frieden, der Geborgenheit gibt, wie man sie nur bei Gott finden kann. So wird der Raum der Stille in mir ein Ort, an dem ich nicht verletzt werden kann und in dem mir die Umwelt nichts anhaben kann. Das, was da drin ist, kann mir niemand nehmen. Nicht die Würde, nicht die Ausgeglichenheit, nicht das Selbstwertgefühl, nicht die Ehre. Nicht das Wissen, dass Gott mich einmalig gemacht hat. Ich kämpfe nicht gegen andere, sondern genieße die Freiheit, die ich in meinem Raum der Stille verspüre. Dann macht es mir auch nicht so viel aus, wenn mich der Chef zu Unrecht kritisiert und der Stress am Arbeitsplatz zu groß wird.
Der Raum der Stille
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