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Bäckereiverkäuferin
Es gibt Phasen im Leben, die laufen nicht wirklich gut. Für mich war die Zeit vor meinem Examen eine solche Phase. Zur Vorbereitung bin ich nach Wuppertal gewechselt.
Und ich erlebte zum ersten Mal, was ich bis dahin gar nicht kannte: Ich fand keinen Anschluss. Vielleicht lag es daran, dass ich ja irgendwie den ganzen Tag lernen musste und deshalb kaum wegging. Vielleicht hätte ich mir besser auch einfach besser anschauen sollen, in welchen Stadtteil ich ziehe. Auf jeden Fall gings mir echt elend.
Meine Freunde, meine Familie, lebten alle weit weg. Mein einziger Lichtblick vor Ort: die freundliche Bäckereiverkäuferin. Das klingt albern, aber manchmal bin ich einfach losgetrottet und habe mir ein sinnloses Brötchen gekauft, nur um einem freundlichen Menschen zu begegnen.
Die Frau hat nie erfahren, welche Bedeutung ihre Freundlichkeit in dieser Zeit für mich hatte. Ich weiß nur heute, dass so ein Lächeln, ein freundliches Wort viel wert sein kann für einen, der noch heimatlos ist wie ich damals, dem es grad nicht gut geht. Und dass es mich in der Regel nicht viel kostet, ein bisschen freundlich zu sein im Alltag. Die Wirkung kann manchmal größer sein, als mir das in diesem Moment bewusst ist.
Sprecherin: Christiane Birgden
Bäckereiverkäuferin
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