Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

12.10.07, Mark Pollmeier

Leben günstig abzugeben

In Spanien kostet ein tiefgekühlter Embryo etwa 2.500 Euro. Der stammt dann aus einer früheren künstlichen Befruchtung und ist quasi übrig geblieben.

Solche überschüssigen Embryonen werden inzwischen in vielen Ländern angeboten. Abnehmer sind Paare, die aus irgendwelchen Gründen keine Kinder bekommen können. Das läuft dann so, dass die zukünftigen Eltern den fremden Embryo zuerst einmal adoptieren müssen. Dann wird dieser Embryo in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt und wächst dort – wenn alles gut geht – zu einem Kind heran.

In Deutschland ist die Adoption von Embryonen umstritten. Aber es wird diskutiert, ob man das nicht erlauben sollte. Denn die Alternative zur Adoption ist, dass die gelagerten Embryonen irgendwann abgetötet werden. Man lässt sie sterben, weil man nicht so genau weiß, was man sonst mit ihnen machen soll. Ich finde, da ist die Adoption doch die bessere Alternative.

Natürlich muss der Rahmen stimmen. Das Ganze sollte freiwillig geschehen, das heißt: Die echten, die biologischen Eltern eines Embryos müssen einverstanden sein. Aus einer Adoption darf kein Geschäft werden.

Denn so ein Embryo, der ist ja eigentlich nichts anderes, als ein zukünftiger Mensch. Und genau so sollte er auch behandelt werden. Vor allen sollte er eine Chance bekommen, zu leben.

Sprecherin: Christiane Birgden

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