Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

26.09.07, Pfarrer Erhard Ufermann

Mount zion

Musik: gentleman, mount zion Nr. 9 aus: another intensity; Autor: Die Tage werden kürzer, die Blätter welken auffällig schnell und verabschieden sich von den

Bäumen. Den Herbst kann man mittlerweile riechen und der magere Sommer nährt kaum noch die Seele. Es wird Zeit, den nächsten Urlaub zu planen.

Musik: „Take me to a place
where there is love and happiness
mount zion is my home got to find the higher zone
never will I be a rolling stone
I know there is a place
that embrace the human race
and it nuh matter who you are you´ll be shining like a star
as long as there will be no more war.” 

Autor: Sonne, Wärme, Liebe und Glück, die Leichtigkeit des Seins und: Reggae. Der Traum von dem ganz anderen; weit weg vom Alltag; der Traum vom Paradies. Der Musiker „Gentleman“, bürgerlich: Tilman Otto lebt in Jamaika. und Köln. Mit seiner Musik ruft er paradiesische Bilder ab. Mit seinen Texten thematisiert er allerdings auch den Bruch zwischen Alltag und Sehnsucht, zwischen einer kaputten Welt und einem Ort, wo Liebe und Glück zu Hause sind. „Mount Zion“ heißt der Song aus seinem jüngst erschienenen Album „another intensity“. Es gibt tatsächlich diesen „himmlischen“ Ort, wo die Menschheit umfangen ist vom göttlichen „spirit“. Den „Berg Zion“, den Gegenspieler zu „Babylon“, der Metapher für menschliche Ignoranz und dem Streben nach Macht. Einerseits sei Religion die Ursache allen Übels. Er, Tilman Otto, gehöre deswegen keiner Religion an. Andererseits sei er aber „sehr religiös“. Gegen das Zerstörerische in der Welt bräuchten wir die Wegweisung Gottes. Er habe Gott immer fühlen können; allerdings nicht in der Kirche.

Musik:

Autor: Zigtausend Jugendliche hören seine Musik in Konzerten, zuletzt in Köln auf dem SUMMER-JAM, dem größten Reggaefestival Europas. Mit seiner „spirituellen Botschaft“ setzt er in der Jugendkultur bewusst ein Zeichen.

Musik:

Autor: Der Urgrund aller Religionen ist „shalom“, „Selam“, „Frieden“. Schade, dass der Sohn eines Pastors dies bei seiner Religionskritik nicht differenzierter darstellt. Der göttliche „spirit“ bewirkt nicht einfach nur „good vibrations“ oder eine entsprechende Urlaubsstimmung, sondern er bewirkt konkrete Veränderungen von Verhältnissen und Menschen. Das wissen wir vor allem durch die Geschichten der Bibel. Danach ist der „Berg Zion “ tatsächlich der paradiesische Ort, wo nach jüdischem Glauben einmal „Schwerter zu Pflugscharen“ umgeschmiedet werden (Jes. 2). Nach christlichem Verständnis braucht man nicht auf den nächsten Urlaub zu warten, auch nicht auf den „Jüngsten Tag“, um Gott zu begegnen. „There is a place“, wo Gerechtigkeit und Frieden eine Chance bekommen – egal, ob auf Jamaika oder im Irak. Und: „There is a place“, wo Liebe und Glück ein gastfreundliches Zuhause finden – ganz konkret und alltäglich zwischen uns, z.B. zwischen den Generationen und Kulturen, genauso wie in Beziehungen. Gott ist bereits da. Mitten drin. Gerade dann, wenn die Tage kürzer werden.

Musik

Audiobeitrag Mount zion


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