|
Wenn Neger küssen
Neulich war ich auf einer Party; eine Freundin von mir hatte Geburtstag und wollte ein bisschen feiern. Wollte denn leider kam es nicht mehr dazu.
Es war nämlich so, dass auf dem Tisch mit dem Essen auch Nachtisch und Süßigkeiten standen, Tiramisu und so ein Zeug. Eigentlich ließ sich Abend auch ganz nett an, aber dann fiel der entscheidende Satz:
Bringst du mir auch einen Negerkuss mit?, rief einer durch den Raum. Worauf ein anderer ihn belehrte: Das heißt Schokokuss! Negerkuss sagt man nicht mehr, das ist diskriminierend. Darauf meinte der Erste genervt, dass Neger aus dem Lateinischen käme und eigentlich nur schwarz bedeutet.
Ist aber trotzdem rassistisch! Du nennst mich Rassist, nur weil ich Negerkuss sage??
Na ja, der Abend war dann gelaufen. Am Ende gabs zwei Lager, die sich ankeiften und Beleidigungen um die Ohren hauten.
Ehrlich gesagt: Allmählich nerven mich diese Debatten um politisch korrekte Sprache. Vor allem verstehe ich eins nicht: Wieso ist es manchen Leuten so unglaublich wichtig, politisch unkorrekt zu sein? Warum muss einer unbedingt seinen Negerkuss verteidigen wenn es doch Menschen gibt, die sich von diesem Wort verletzt fühlen? Da gehts dann irgendwann nicht mehr um die Sache, sondern nur noch ums Rechthaben.
Wie wäre es, wenn man die Energie aus diesen ganzen Scheindiskussionen mal auf die echten Rassismusprobleme umlenken würde? Da wäre sie wirklich sinnvoller eingesetzt.
Sprecherin: Christiane Birgden
Wenn Neger küssen
|