Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

12.09.07, Silke John

John Bost

John erkundet Paris, schlendert über die prunkvollen Boulevards. Da sieht er etwas, das er dort – in der Stadt der Liebe – nicht erwartet hatte:

Augen blickten ihn aus einem schmutzigen Kindergesicht an. Ein Straßenjunge. John nimmt ihn mit zu sich in seine Einzimmerwohnung: „Hier, ich hab’ nicht viel, aber wenn du Hunger hast, kannste immer hierher kommen, ok?“

John studiert Theologie. Er wird Pfarrer in La Force, im Westen Frankreichs. Eines Tages klopft es an seiner Tür und zwei kleine Waisenmädchen vor ihm stehen. Was tun? Kurzerhand nimmt er sie auf in sein Pfarrhaus. Weitere Mädchen kommen hinzu. Bald ist das Pfarrhaus zu klein. John und seine Gemeinde bauen ein Waisenhaus.

Dann steht ein geistig behindertes Waisenmädchen vor seiner Tür. Neue Probleme tun sich auf. Nach einigem hin und her gelingt es John, sich mit dem Mädchen zu verständigen. Auch sie nimmt er auf. Und noch viele andere sollen folgen. Für sie baut John ein Haus.

John Bost und seine Frau haben sich der sozialen Probleme ihrer Zeit angenommen. Der Zeit der Industrialisierung, Verstädterung, Verarmung großer Teile der Bevölkerung. Das war vor 150 Jahren. Doch die Probleme sind seitdem nicht kleiner geworden.

Heute, 150 Jahre später, besteht die Fondation John Bost aus 21 Häusern und sie betreut mehr als 1.000 geistig und/oder körperlich behinderte Menschen.

Sprecher: Michael Birgden

Audiobeitrag John Bost


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