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Alles Gute, Oma
Als ich ungefähr 12 Jahre alt war, wurde meine Oma krank. Sie war schon Mitte 80 und schon relativ gebrechlich. Dann kam sie auch ins Krankenhaus.
Und man wusste, dass dies so ihre letzten Tage werden. Ich als Kind habe das nicht gewusst. Denn für mich kam man ins Krankenhaus, wenn man krank war und wenn man wieder gesund war, kam man auch wieder heraus.
Da haben wir sie auch einmal besucht. Da saß sie da, musste schon gefüttert werden und war auch an einige technische Geräte angeschlossen. Irgendwann gingen meine Eltern mal kurz aus dem Zimmer, weil sie mit einem Arzt sprechen wollten. Da schaute mich meine Oma an, zeigte auf ihre Situation und sagte zu mir: Findest du das hier schön? Ich war total überrascht. Ich meine, ich war 12 jahre alt. Da habe ich ein bisschen gestottert und gesagt: Nicht so besonders!
Da guckte sie mir fest in die Augen und sagte: Ich auch nicht mehr! Und weißt du, alles hat so vor Gott seine Zeit und meine ist jetzt um!
Einige Tage später ist sie dann gestorben. Auf der Beerdigung haben natürlich viele Leute geweint. Aber als ich dann vor dem Grab stand, da ging es mir eigentlich ganz gut dabei und ich musste gar nicht weinen. Weil ich mir gedacht habe: Ich glaube, dir geht es jetzt besser und das ist gut so. Und das hat mir damals sehr geholfen und das hilft mir auch noch heute.
Sprecher: Gernot Hoersch
Alles Gute, Oma
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