|
Du sollst nicht ehebrechen!
In dieser Woche stehen hier in den Morgenandachten die 10 Gebote auf dem Programm. Genauer gesagt: die sechs Gebote der zweiten Tafel. Da werden die Beziehungen der Menschen
zueinander in den Blick genommen. Brich nicht die Ehe! - so lautet eines der Gebote. Brich nicht die Ehe! Aber: was bricht die Ehe? Auf diese Frage hin spitzt Jesus seine Auslegung des Gebotes zu.
Sprecherin: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: brich nicht die Ehe! Ich aber sage euch: wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Autor: Ja, Moment mal. Hier kommen wir Männer wirklich schlecht weg. Gilt nicht umgekehrt das-selbe? Was ist denn mit den Frauen, die vergnügt die Köpfe zusammenstecken und über den tollen Hintern eines vorübergehenden Mannes tuscheln? Soll hier etwa mit zweierlei Maß gemessen werden?
Ich meine: das Gebot gilt heute für beide Geschlechter, auch wenn es sich ursprünglich nur an die Männer richtete. Männer und Frauen habe eine Verantwortung, wenn es um die Sexualität geht. Denn: die Sexualität des Menschen ist eine starke Kraft. Sie ist nicht zu unterschätzen. Damit wird die Sexualität kein bisschen abgewertet. Überhaupt nicht! Im Gegenteil: sie ist eine starke, positive Kraft. Wenn sie verantwortlich gelebt wird.
Wenn sie nicht verantwortlich gelebt wird, kann sie sich allerdings auch zerstörerisch auf die Lebensgemeinschaft von Mann und Frau auswirken. Einerlei übrigens, ob ein Paar verhei-ratet ist oder unverheiratet zusammen lebt. Der Seitensprung eines Partners ist für den an-deren immer ein Schmerz, eine tiefe Verletzung. Er ist immer ein Vertrauensbruch, und damit eine Beschädigung der Partnerschaft. Mit oder ohne Trauschein. Das Gebot über den Ehe-bruch hat also die Lebensqualität, das Lebensglück der Gemeinschaft von Mann und Frau im Blick. Dieses Glück ist sehr zerbrechlich. Davon weiß das Gebot etwas. Verantwortung ist gefragt! Von beiden Geschlechtern! Ein Bruch in der Partnerschaft kann seinen Anfang nehmen mit dem begehrlichen Blick des Mannes. Ein Bruch in der Partnerschaft kann genauso seinen Anfang damit nehmen, dass sich eine Frau einem Mann besonders aufrei-zend zeigt.
Freilich: eine Gesellschaft, die sich längst an eine ständige sexuelle Reizüberflutung gewöhnt ist, hat es hier nicht leicht. Wir finden es längst normal, dass Frauen sich selbst zum Lustobjekt für den Mann machen. Oder machen lassen. Und der so genannte Seitensprung ist für viele Leute doch längst salonfähig geworden und ist nicht mehr nur eine Sache der Männer.
Und doch: niemand von uns ist gezwungen, dabei mitzumachen. Für Paare, denen Treue im umfassenden Sinn etwas bedeutet, ist und bleibt die Pflege der eigenen Partnerschaft ein guter Weg, aufeinander zuzuwachsen. Auch eine reife, glückliche Sexualität kann sich am besten in einer Partnerschaft entwickeln, in der sich die Partner füreinander Zeit nehmen und aufeinander Acht geben.
Du sollst nicht ehebrechen!
|