Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.08.07, Michael Birgden

Fair play

Endlich wieder Fußball Bundesliga. Diesmal aber ohne jubelnde Brasilianer mit "Jesus" auf dem T-Shirt.

Auch ohne "Gott-Liebt-Alle" - Slogans wenn der religiöse Stürmer nach seinem Tor das Trikot lupft für seine Botschaft an die Fernsehzuschauer.

Schuld ist die neu formulierte Regel 4 „Ausrüstung der Spieler“: Bisher waren auf des Fußballers Unterwäsche lediglich Werbeaufschriften und Slogans verboten. Nun hat der Weltverband FIFA nachgebessert. Verboten sind nun auch „religiöse Schriftzüge“. Wieso das ganze? Aus Respekt vor anderen Glaubensrichtungen.
Befürchteten die Hüter des Fußballs etwa Glaubenskriege nach Spielende? Weil der brasilianische Torschütze das Tor Jesus widmete?

T-Shirt Aufschriften mit Gott oder Jesus sind kleine Bekenntnisse. Ein Spieler will zeigen: Ich habe hart trainiert, aber mein Talent das habe ich von Gott.

Das Stadion demnächst Bekenntnis frei? Wer die Religion aus den Stadien verbannen will, der sollte sich mal die Nationalhymnen genauer anhören: wie singen die Engländer? „God save the queen!“ Und was ist mit dem so häufig bemühten Fußballgott in den Fan-Gesängen?

Und was ist mit meinem Bekenntnis zu meiner Mannschaft? Verletzt es etwa nicht meine Fan-Gefühle wenn ich vor mir ein rotes Trikot erblicke? Fair play heißt es da unter den Fans. Das schließt das Gebot „liebe auch die Fans anderer Mannschaften“ mit ein. Das sollte man mal auf die Religionen übertragen anstatt religiöse Bekenntnisse auf Spieler Trikots zu verbieten.

 

Sprecher: Michael Birgden

Audiobeitrag Fair play


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