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An Gottes Segen ist alles gelegen
Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, An Gottes Segen ist alles gelegen! Früher konnte man diesen Spruch in vielen Häusern finden:
In Holz geschnitzt, als kunstvoller Druck oder in gestickter Form hing er im Flur oder im Wohnzimmer über dem Sofa. Da ist er heute eher seltener zu finden doch seine Aussage ist nach wie vor vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen. Ich denke an junge Mütter. Sie bringen ihr Baby ausdrücklich mit der Erwartung zur Taufe, dass es dabei für sein weiteres Leben gesegnet wird. Ja, selbst handfeste Brummifahrer folgen bei einem Gottesdienst auf einem Truckerfestival in erstaunlicher Zahl der Einladung des Pastors, sich persönlich die Hände auflegen und den Segen Gottes zusprechen zu lassen.
An Gottes Segen ist alles gelegen! Was lässt diesen Segen nach wie vor vielen Menschen so begehrenswert erscheinen? So ganz genau werden sie das vermutlich nicht sagen können. Sie spüren oder ahnen: mit dem Segen Gottes wird etwas zugesprochen, was außerhalb ihrer persönlichen Macht und Möglichkeiten liegt. Denn den Segen Gottes kann man nur erbitten und sich schenken lassen. Dabei umfasst dieser Segen in der Bibel zuerst die Gaben, die sich um Wachstum und Gedeihen drehen, um Gesundheit und Wohlergehen. Aber er schließt auch unsere Tiefenschichten ein: Gesegnet sind wir, wenn unser Leben gelingt, wenn wir im Frieden mit uns selbst und andern leben können und die Kraft bekommen, die uns auferlegten Lasten zu tragen, ohne darunter am Leben zu verzagen. Das Größte am zugesprochenen Segen jedoch ist: Gott selbst wendet sich uns zu und möchte uns durch unser Leben begleiten. So werden wir am Ende jedes Gottesdienstes in der Kirche mit dem Segenswunsch entlassen: Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Was für eine wunderbare Formulierung: Gott strahlt uns an, wenn er uns ansieht. So wie Eltern oder Großeltern sich mit strahlenden Augen über das neugeborene Baby beugen, so leuchtet Gottes Angesicht liebevoll und freundlich über uns. Gottes gnädiger und aufmunternder Blick ruht auf uns und sagt uns: Unter meinen Augen kannst du zuversichtlich in den Tag gehen. Ich habe acht auf dich!
So mit Gottes Segen beschenkt, kann auch ich Segen weitergeben; zumindest als Wunsch. Hans Dieter Hüsch, der unvergessene Kabarettist, hat für seine Kölner Kirchengemeinde, in der er in den letzten Jahren seines Lebens zuhause war, gelegentlich solche Segensbitten formuliert. Mit einem dieser Texte wünsche ich Ihnen eine gesegnete Woche:
Im Übrigen meine ich Dass Gott uns alle schützen möge Auf unserem langen Weg zur Versöhnung Mit allen Menschen und mit allen Völkern Er möge uns bewahren und pflegen Mit seiner umfassenden Güte Er möge uns heilen und alle Krankheiten von uns nehmen Alle unsere Wunden an Leib und Seele Die wir uns ständig antun Möge er mit seiner einzigartigen Kraft In Zeichen der Reife und Weisheit verwandeln Er möge von seiner Heiterkeit ein Quäntchen In uns hineinpflanzen Auf dass sie bei uns wachse, blühe und gedeihe Und wir unsern Alltag leichter bestehen Dass er uns bewahre vor jedem Hochmut und jeder Bitterkeit Und dass er uns fähig mache Weiterhin zu glauben an seine Welt Die nicht von unserer Welt ist Und dass wir nicht ersticken an allem Tand und eitlem Tun darum bitten wir ihn von ganzem Herzen.
An Gottes Segen ist alles gelegen
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