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Spitzenfilm im Dorf
Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,seit mehr als einem Jahr nimmt er nun schon den Spitzenplatz in den Bestsellerlisten ein;
weit mehr als 1 Million Exemplare wurden inzwischen verkauft: Das ist rekordverdächtig. Ich rede von Hape Kerkelings Buch über seine Pilgerreise auf dem Jacobsweg nach Santiago de Compostela. Unter dem Titel Ich bin dann mal weg erzählt er in einer manchmal verwirrenden Mischung von banalen Alltäglichkeiten und ernsthafter spiritueller Suche über seine Erfahrungen auf der wochenlangen Wanderung. Was der populäre Kabarettist und Entertainer auf seinem Pilgerweg sucht, kann er selbst nicht so genau sagen. Aber er merkt, wie diese Reise trotz nervender Begleitumstände anfängt, sein Leben zu verändern. Einmal notiert er:
Während ich bereits bei weit geöffnetem Fenster im Bett liege, frage ich mich, was Gott eigentlich für mich ist. Viele meiner Freunde haben sich schon lange von der Kirche abgewendet. Sie wirkt auf sie unglaubwürdig, veraltet, vergilbt, festgefahren, unbeweglich, geradezu unmenschlich und somit haben die meisten sich auch von Gott abgewendet. Wenn sein Bodenpersonal so drauf ist, wie muss er selbst dann erst sein
Wenn es ihn überhaupt gibt! Geh mir weg mit Gott, sagen leider die meisten. Ich sehe das anders. Egal, ob Gott eine Person, eine Wesenheit, ein Prinzip, eine Idee, ein Licht, ein Plan und was auch immer ist, ich glaube, es gibt ihn! Gott ist für mich so eine Art hervorragender Film wie Ghandi, mehrfach preisgekrönt und großartig!
Und dann vergleicht Kerkeling die Kirche mit einem Dorfkino, in dem dieses Meisterwerk gezeigt wird. Dieses Kino ist schmutzig und heruntergekommen, und die Zuschauer sitzen auf quietschenden Holzsitzen. Immer wieder gibt es während der Vorführung ärgerliche Störungen und Unterbrechungen. Viele verlassen die Filmvorführung genervt. Dann fährt Kerkeling in seinem Buch fort: Die Vorführung ist mies, doch ändert sie nichts an der Größe des Films. Leinwand und Lautsprecher geben nur das wieder, wozu sie in der Lage sind. Das ist menschlich. Gott ist der Film, und die Kirche ist das Kino, in dem der Film läuft. Ich hoffe, wir können uns den Film irgendwann in bester 3D- und Stereoqualität unverfälscht mal in voller Länge angucken. Und vielleicht spielen wir dann ja sogar mit.
Liebe Hörerinnen und Hörer. Ich gehöre ja zum Personal dieses Dorfkinos, freue ich mich dass Hape Kerkeling nicht mit der Kirche wegen ihrer menschlichen Unzulänglichkeiten Schluss macht und ihr den Rücken kehrt wie so viele andere. Ich stimme ihm auch darin aus vollem Herzen zu, dass die Kirche nicht um ihrer selbst willen da ist, sondern um das Meisterwerk vorzuführen, d.h. den Menschen Gott zu zeigen. Wer in das heruntergekommene Dorfkino namens Kirche kommt, der sollte darin Gott finden können und von ihm hingerissen sein. Denn es ist keineswegs egal und an diesem Punkt möchte ich Hape Kerkeling nun doch widersprechen ob Gott eine Person, eine Wesenheit, ein Prinzip oder eine Idee ist. So wie uns in dem mit Gott verglichenen Meisterfilm die Persönlichkeit Ghandis sehr real begegnet, so zeigt Gott uns sein Gesicht ebenso real in Jesus Christus. Durch ihn erfahren wir, dass wir Gott keineswegs gleichgültig sind. Er sehnt sich nach der Gemeinschaft mit uns egal, wie intensiv wir bisher nach ihm fragen oder ihn suchen. Und ganz bestimmt werden wir von ihm zum Mitspielen und Mitfeiern eingeladen auch wenn diese Hoffnung bei Hape Kerkeling noch sehr vage bleibt.
Spitzenfilm im Dorf
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