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Dankbarkeit
Geht Ihnen das auch so manchmal hört man Worte und denkt: Lange nicht gehört.? Dankbarkeit ist für mich so ein selten gewordenes Wort.
Nein, nicht, dass niemand mehr Danke sagt. Das will ich gar nicht behaupten. Aber wer spricht schon noch von Dankbarkeit? - Das erfüllt mich mit Dankbarkeit: Altmodische Formulierung, oder? Dankbarkeit als Empfindung, als Lebensgefühl scheint mehr und mehr aus unserem Sprachgebrauch zu verschwinden .
Dabei gäbs doch reichlich Gründe, Dankbarkeit zu empfinden: Haben Sie zum Beispiel heute morgen schon gemerkt? Sie atmen noch! Mein Nachbar sagt immer: Alt werden, dann Abends einschlafen und morgens nicht mehr aufwachen, da wär ich dankbar! Aber damit meint er wohl was anderes als ich. Ich meine: Dankbarkeit mitten im Leben. Im Alltag. Heute. Jetzt. Einfach dafür, dass man lebt. Atmen kann. Da ist. Sein Leben gestalten kann. Ist das kein Grund, Dankbarkeit zu empfinden - und auch davon zu sprechen? Vielleicht muss man sich ja mal das Gegenteil von Dankbarkeit ansehen, damit es mit der Dankbarkeit leichter geht: die Selbstverständlichkeit. Wenn ich alles im Leben und das Leben selbst hinnehme, als wärs schon immer da gewesen und würde auf ewig so weitergehen. - Also - wenn mir alles selbstverständlich ist, kann natürlich keine Dankbarkeit aufkommen. Man darf das Staunen nicht vergessen. Muss immer wieder innehalten, um sich klar zu machen:
Nichts ist selbstverständlich. Und mal ehrlich - und Hand aufs Herz: Wir verdanken uns doch nicht uns selbst! Dass wir leben und heute morgen noch leben - und atmen ist das etwa selbstverständlich? Haben wir das etwa selbst organisiert? Ich glaube, man lebt glücklicher und zufriedener, wenn es gelingt, nicht alles so selbstverständlich zu finden. Öfter mal zu staunen. Über das Schöne. Das Wunderbare. Das Gar nicht Selbstverständliche. Und das Leben als Geschenk, als Gabe zu verstehen. Nichts anderes haben Menschen übrigens zu allen Zeiten sagen wollen, wenn sie von Dankbarkeit gegenüber Gott sprachen. Und wenn Sie mit Gott so ihre Schwierigkeiten haben versuchen Sie es doch erst einmal mit dem Staunen über das Leben und die Welt und alles, was nicht selbstverständlich ist. Schauen sie zum Beispiel auf die Natur mit all ihren wunderbaren Einzelheiten. Auf alles Leben um Sie herum. Wer wollte da nicht staunen?
Und vom Staunen über das Schöne ist man dann auch fast bei der Dankbarkeit. Und von da - ist es auch zu einem Gedanken an Gott nicht mehr weit. Genießen Sie dankbar diesen Tag. Ich glaube: er ist ein Geschenk.
Dankbarkeit
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