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Was Gott tut, das ist wohlgetan
Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt seine Sachen an, Will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott, der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß' ich ihn nur walten.
Fromm, gelehrt, geduldig. So wurde Samuel Rodigast beschrieben, der Verfasser dieses Liedes:
Sprecher: Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt seine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß' ich ihn nur walten.
Fromm, gelehrt, geduldig. So muss ein Mensch ja auch gestrickt sein, der solch einen Text schreibt. Stimmt aber nicht so ganz. Samuel Rodigast lebte Ende des 17. Jahrhunderts in der Nähe von Jena und leitete als Rektor ein Gymnasium. Vorher aber hielt er an der Universität in Jena philosophische Vorlesungen. Ihm wurde sogar ein Lehrstuhl für Logik und Metaphysik angeboten. Den schlug er aber aus. Er wollte sich seiner Schullaufbahn widmen. Samuel Rodigast war also ein Mann, der Dinge logisch und philosophisch durchdachte und ihnen auf den Grund ging. Allerdings auch einer, der mit der Bibel lebte. Er wurde sicher auch gefragt, wie er als logisch denkender Mensch an Gott glauben kann. Vor allem, wie er als logisch denkender Mensch Vertrauen zu einem Gott haben kann, der alles Böse und Schlimme in der Welt zulässt. Vielleicht konnte Samuel Rodigast Gott nicht logisch erklären. Wie auch? Aber als Philosoph stellte er sich die Frage, wer oder was hinter dem Leben steht und es geschaffen hat. Wer oder was sein eigenes Leben in den Händen hielt. Für den Philosophen gab es auf alle diese Fragen nach dem Warum des Lebens eine Antwort: Gott. Das fasst er zusammen in dem Lied: Was Gott tut, das ist wohl getan. Ein Lied voller Gottvertrauen:
1. Strophe Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt seine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß' ich ihn nur walten.
Gottes Wille ist gerecht, seine Werke sind vollkommen. Wer so etwas sagt, für den ist Gott der Fels seines Lebens. Das Fundament, auf dem das Leben gebaut ist. Diese Haltung erinnert an eine Aussage Mose im Alten Testament. Dort spricht er zu seinem Volk: 0'20 3'35
Sprecher (5. Mose 32,4) : Ich will den Namen des Herrn preisen. Gebt unserem Gott allein die Ehre. Er ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er.
Strophe 2 Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ich will mich ihm ergeben In Freud' und Leid; es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. Sprecher (drüber) Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ich will mich ihm ergeben In Freud' und Leid; es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet.
In Freud und Leid will sich der Dichter Gott ergeben. Er ist getragen von der Zuversicht und Gewissheit: Selbst wenn es mir jetzt schlecht geht, selbst wenn ich jetzt eine harte Zeit habe, werde ich eines Tages wissen, warum. Eines Tages werde ich erkennen, wie Gott mich durch diese schwere Zeit hindurch getragen hat. Dann werde ich mit anderen darüber sprechen und auch andere werden sehen, wie Gott mir beigestanden hat.
Sprecher: Was Gott tut, das ist wohlgetan! Muss ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Lass' ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt ich werd' ergötzt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen.
Mit dem Leid der Menschen hatte Samuel Rodigast ganz persönlich zu tun. Sein Freund, der Kantor Severus Gastorius war lange Zeit schwer krank. Er hatte darum gebeten, ihm ein Lied für seine Beerdigung zu dichten. So entstanden die Verse Was Gott tut, das ist wohlgetan. Glücklicherweise konnte Rodigasts Freund es noch zu Lebzeiten hören und es wird berichtet, dass ihm dieses Lied ein großer Trost in seiner Krankheit und kurz vor seinem Tod war. Rodigast erlebte darüber hinaus das psychische Leiden seines Vaters hautnah mit. Aufgrund dieser Krankheit nahm sich der Vater das Leben. Der Dichter des Liedes Was Gott tut, das ist wohlgetan... war also auch ganz persönlich ein Leid-Tragender - und hat es nicht verdrängt. In diesem Leid hat er erkannt: Wenn es einen gibt, der mich in all dem trösten kann, dann ist es Gott. Deswegen textet er: Ich lasse mich vom Leid nicht schrecken, weil ich doch zuletzt ergötzt werde mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. In diesem Trost, in dieser Zuversicht endet das Lied:
Sprecher: Was Gott tut, das ist wohlgetan! Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die raue Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich ganz väterlich In seinen Armen halten, Drum lass' ich ihn nur walten.
In dieser Strophe seines Liedes lässt Rodigast eine andere Saite anklingen. Er öffnet die Tür ins Jenseits. Selbst wenn im Diesseits die Qualen noch so groß sind, das Leid fast unerträglich ist und das Leben mit dem Tod endet, so wartet Gott im Jenseits mit offenen Armen auf die Menschen, hält und tröstet sie. Samuel Rodigast hat mit seinem Lied nicht nur seinem Freund Severus Gastorius eine Freude bereitet und ihm ein Lied des Trostes geschenkt. Was Gott tut, das ist wohlgetan ist ein Ohrwurm der Kirchenlieder. Der Dichter und Philosoph hat dafür gesorgt, dass Menschen bereits im Diesseits getröstet werden. Sie singen dieses Lied immer wieder, in den verschiedensten Lebenslagen - selbst bei Beerdigungen. Musik und Worte zusammen stellen eine Atmosphäre her, in der der Schmerz des Lebens auszuhalten ist. Denn Gott ist treu, er tröstet, zu ihm darf der Mensch Vertrauen haben. Denn: Was Gott tut, das ist wohlgetan....
Strophe 3 Was Gott tut, das ist wohlgetan! Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die raue Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich ganz väterlich In seinen Armen halten, Drum lass' ich ihn nur walten.
Das war Kirche in WDR 3 mit Silke Jannsen aus Essen über den Choral Was Gott tut, das ist wohlgetan , einem Satz von Johann Sebastian Bach und dem Text von Samuel Rodigast. Es sangen die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben unter der Leitung von Gerhard Wilhelm.
Was Gott tut, das ist wohlgetan
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