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Elefanten töten
Eigentlich sind Elefanten friedlich. Sie sind Vegetarier. Blutige Kämpfe kosten sie zu viel Kraft.
Sie müssten dann noch mehr Nahrung aufnehmen als die üblichen 200 Kilo Gras und 100 Liter Wasser am Tag. Wenn man sie mit Krieg in Verbindung bringt, dann liegt das an Hannibal. Er zog in der Antike mit einer Armee und 37 Elefanten über die Alpen. Sie sollten den römischen Soldaten Angst einjagen und sie dann niedertrampeln. Aber die armen Rüsseltiere wurden durch die römischen Fanfaren so erschreckt, dass sie die Flucht ergriffen.
Heute liest man jedoch andere Geschichten. In Südafrika fielen einige Elefantenbullen über 100 Nashörner her, misshandelten und töten sie. In Uganda zerstörte eine Herde ein ganzes Dorf und seine Maisfelder. 500 Menschen sterben pro Jahr durch die Angriffe von Elefanten.
Gay Bradshaw hat diese seltsame Entwicklung erforscht. Die amerikanische Psychologin und Ökologin kam zu einem überraschenden Ergebnis. Die Elefanten verhalten sich genau wie Menschen mit posttraumatischen Störungen. Wie Menschen also, die Opfer von Vergewaltigungen, Entführungen oder Kriegen wurden. Und die deshalb unter Schlafstörungen leiden, leicht reizbar sind oder übertrieben schreckhaft reagieren. Solche Menschen fühlen sich oft dumpf und bodenlos und haben Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen.
Die Elefanten haben vor allem unter Wilderern zu leiden. Auf der Jagd nach Elfenbein töten sie ganze Herden. Die traumatisierten Überlebenden reagieren häufig mit Aggressionen. Dazu kommt aber noch etwas anderes: Die Tiere haben ein Erziehungsproblem.
Eine Herde wird normalerweise von einer alten Elefantenkuh angeführt. Sie vermittelt dem Nachwuchs das Gefühl von Zusammengehörigkeit. Heute dagegen, sagt Gay Bradshaw, werden die Kälber oft von unerfahrenen Teenagermüttern erzogen, weil die Alten tot sind. Die Kälber werden früh abgestillt und bleiben sich selbst überlassen. Die männlichen Tiere rotten sich häufig in Gangs zusammen, die durch ihre Gewaltbereitschaft auffallen. In einem südafrikanischen Nationalpark werden mittlerweile neun von zehn männlichen Elefanten durch andere Bullen getötet.
Wir wissen, dass die ganze Schöpfung mit uns seufzt und sich ängstet. Das schreibt der Missionar Paulus an die frühchristliche Gemeinde in Rom. Eine tiefe ökologische Einsicht. Mensch und Natur bilden eine eng verbundene Lebens- und Leidensgemeinschaft.
An den Elefanten lässt sich ablesen, wie Gewalt in eine Gemeinschaft eindringt. Das ist bei Menschen nicht viel anders. Die einbrechende Gewalt verändert diejenigen, die betroffen sind. Sie zerstört ihr Leben und lässt sie oft selber zu Gewalttätern werden. Paulus hat jedoch nicht nur einen scharfen Blick für die Wirklichkeit. Er ist auch von den Möglichkeiten überzeugt, die Gott für diese Welt bereit hält. Das Leben von jedem Menschen kann sich zum Guten verändern. Er kann sich gegen die Gewalt entscheiden. Und für ein verantwortungsvolles Verhältnis zu seinen Mitmenschen und zur Natur.
Elefanten töten
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