Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.07.07, 5.56 Uhr, Silke Janssen

Horse with no name - America

Es ist Ferienzeit. Und viele machen Urlaub, haben Zeit zum Ausspannen. Viele fahren dafür auch weg – verlassen die gewohnte Umgebung.

Ein klassisches  Bild für einen  Ort, wo alles anders ist als zu Hause,   ist die Wüste. Ein Ort, an dem es nichts gibt, an dem man nicht abgelenkt wird und die Chance hat, zu sich zu kommen. Davon  singt die Gruppe „America“. Von einem Ritt durch die Wüste auf einem Pferd, das keinen Namen trägt.

Musik: Song aus: America, Titel: Horse with no name, LC-Nr.:00392,
On the first part of the journey
I was looking at all the life
There were plants and birds and rocks and things
There were sand and hills and rings

Autorin: Zu Beginn nimmt der Reisende noch die Umwelt so wahr, wie er sie kennt. Er sieht Blumen, Vögel, Steine, Sand. Aber schon bald verändert sich die Welt um ihn herum. Der Himmel wird wolkenlos, die Erde ist trocken und heiß, die Luft ist voller Töne.

Musik: I've been through the desert on A Horse With No Name
It felt good to be out of the rain
In the desert you can remember your name
Cause there ain’t no one for to give you no pain
La, La...

Autorin: In der Wüste kommt der Mensch zu sich selbst. Er ist so weit von seiner gewohnten Umgebung entfernt, dass er selbst seinen Namen vergisst. Denn es ist kein Mensch da, der ihn an sein gewohntes Leben erinnert, singt die Gruppe America.  Das kann eine Chance sein. Auch in der Bibel gibt es immer wieder Menschen, die eine Zeit in der Wüste verbringen. Der Prophet Elia z.B. im Alten Testament wird von Gott nach einem Burnout in die Wüste geschickt, um zu sich zu kommen und Kraft zu tanken. Auch Jesus war 40 Tage in der Wüste, um für die Angriffe und Versuchungen, die danach kamen, gewappnet zu sein. Die Wüstenzeit war der Beginn seines eigentlichen Wirkens. Erst danach folgten sein soziales und diakonisches Wirken, der Aufstand gegen die Machthaber. Erst danach verbreitete er völlig neue, revolutionierende Gedanken. Wie hätte er all das geschafft, wenn er nicht in der Wüste gewesen wäre. Allein. Auf sich gestellt, ohne Reize von außen. Mit viel Zeit für sich und seine Gedanken. Er bekam neue Ideen und neue Kraft durch Meditation und durch das Gebet, das intensive Gespräch mit Gott.

Musik. After nine days I let the horse run free
'Cause the dessert had turned to sea
There were plants and birds and rocks and things
There were sand and hills and rings
The ocean is a dessert with its life underground
And the perfect disguise above

Autorin: Ansichten verändern sich in der Wüste. Aus dem Sand ist Wasser geworden, singt die Gruppe America. Auch der Ozean ist eine Wüste. Vieles liegt in ihm verborgen, sagen sie. Das ist das Geheimnis. Die Oberfläche zu durchdringen und Dinge dahinter zu erkennen. Gedanklich in neue  Dimensionen vorzustoßen, die man vorher nicht kannte. Dinge zu durchdenken in der Ruhe, die man in der Wüste hat. So, wie es die Menschen in der Bibel gemacht haben. Das ist die Chance des Wüstenrittes. Aber auch eines jeden Urlaubs.

Musik: la,la, la

Audiobeitrag Horse with no name - America


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