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Stress im Urlaub
Meine Freundin Susanne hatte ihn lange geplant: den heiß ersehnten Urlaub. Doch als sie zurückkam, war sie enttäuscht.
So viel wie im Urlaub habe sie sich noch nie mit ihrem Mann gestritten. Und auch die Kinder seien vollkommen ausgeflippt. Meine Freundin Susanne ist kein Einzelfall viele Familien erinnern sich an Urlaube, die einfach nur stressig und nervig waren. Woran das liegt, weiß Pfarrerin Christiane Vetter von der Evangelischen Ehe und Lebensberatung:
O-Ton: "Dass Menschen ungeheuer hohe Glückserwartungen in den Urlaub setzen. Zum Beispiel: Dann werden wir wieder ein Liebespaar sein und daneben werden wir ein tolles Familienleben haben, mehr Zeit für die Kinder haben. Das sind so viele Erwartungen auf eins, da ist die Enttäuschung vorprogrammiert."
Autorin: Hinzu kommt, dass die Strukturen, die der Alltag bietet, mit den verschiedenen Aufgaben in Beruf und Familie, wegfallen. Man plötzlich ganz viel Zeit miteinander hat.
O-Ton: "Und es kann sein, dass dann wirklich auch offensichtlich wird auf einmal, dass man Sprachlosigkeit zwischen sich hat. Also, wir funktionieren im Alltag, aber was sind wir als Paar, was haben wir noch miteinander?"
Autorin: Diese Sprachlosigkeit erst einmal wahrzunehmen. Ruhig zu bleiben und nicht gleich den ultimativen Streit zu beginnen, dazu rät Christiane Vetter. Doch wenn sich Streit nicht vermeiden lässt, dann ist wichtig:
O-Ton: "Den Streit auf das aktuelle Thema zu begrenzen; und nicht anzufangen, grundsätzlich "alles was ich dir schon immer mal sagen wollte" auszupacken also dann ist die Eskalation vorprogrammiert. Und wenn es wirklich so eskaliert, dass es nicht mehr möglich ist, sich gegenseitig zuzuhören, dann würd ich sagen: Gönnen sie sich mal einen Tag Abstand voneinander, einer macht einen Ausflug, der andere legt sich an den Strand, dass sich beide wieder ein bisschen runterkühlen können."
Autorin: Doch für den Fall, dass sich herausstellen sollte, dass das Paar eine echte Beziehungskrise hat, ist es auch wichtig
O-Ton: "
miteinander zu verabreden, wann und wie und in welchem Rahmen und vielleicht auch mit welcher zusätzlichen Person wollen wir dieses Problem anschauen und angehen."
Autorin: Das wird in der Regel erst zu Hause sein. Vielleicht in einer Beratungsstelle der Kirchen, die kostenlose Gespräche anbieten. Doch insgesamt gilt auch beim Urlaub: Vorsorge ist die beste Sorge. Für die, die ihren Urlaub noch planen, hat deshalb Christiane Vetter noch einige Tipps.
O-Ton: "Ne ganz gute Planung zu machen, auch gemeinsam, auch die Kinder schon einzubeziehen, zu überlegen, welches Ferienziel, bietet doch die meisten Möglichkeiten, dass auch unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden können."
Autorin: Wichtig ist auch zu verabreden, wie man im Urlaub die anfallende Arbeit verteilt. Dass zum Beispiel in einer Ferienwohnung nicht Mutti automatisch wieder diejenige ist, die einkauft, kocht und putzt. Schließlich haben alle Urlaub. Doch nicht alle können, es sich leisten wegzufahren. Viele Familien sind gezwungen die Schulferien zu Hause zu verbringen.
O-Ton: "Da fänd ich es wichtig, Zuhause zu gucken, dass man Zeit miteinander hinbekommt. Das kann ein netter Schwimmbadausflug, ein Spieleabend sein, also solche emotionale Nahrung von Seiten der Eltern kann für Kinder wichtiger sein, als ein teurer Club-Urlaub."
Autorin: Doch für alle gilt: wichtig ist, sich auch im Alltag kleine Urlaubsinseln zu schaffen, wo man sich auch zwischendrin mal erholen kann. Allein als Paar oder auch als Familie. Denn nur so vermeidet man, dass der Urlaub zur stressigsten Zeit des Jahres wird. Egal wo man ihn verbringt, ob zu Hause oder in fernen Ländern.
Stress im Urlaub
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