Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

22.06.07, 08-09 Uhr, Mark Pollmeier

Weltraumethik

Stell dir vor, du fliegst zum Mars. Das würde – nach heutiger Technik – gut anderthalb Jahre dauern. Und zwar nur für den Hinflug. Da kann unterwegs eine Menge passieren.

Und: Zwischenstopps sind nicht vorgesehen. Darüber hat sich auch die NASA Gedanken gemacht – und schon mal ein „Handbuch für Mars-Flüge“ verfasst. Man will schließlich auf alles vorbereitet sein, wenn die ersten Astronauten dorthin aufbrechen. Das Interessante daran: In dem Handbuch geht’s nicht um Reparaturen am Raumschiff oder solche Dinge. Sondern um das menschliche Miteinander in Krisen-Situationen.

Was macht man zum Beispiel mit einem Astronauten, wenn er unterwegs schwer krank wird, und dadurch die teure Mission gefährdet? Wer muss zuerst dran glauben, wenn während des Flugs die Vorräte knapp werden? Da sind schwierige Entscheidungen gefordert, und deshalb hat die NASA auch noch keine abschließenden Antworten gefunden.

Ehrlich gesagt: Ich würde lieber nicht mitfliegen bei so einer Mars-Mission. Nichts gegen die NASA-Leute; die geben sich bestimmt Mühe mit ihrem Reise-Handbuch und werden sicher tolle Lösungen finden. Auf der Erde ist es noch nie gut gegangen, wenn der Mensch die Spielregeln für Leben und Sterben festgelegt hat.

Ich bin mir sicher, dass wird nun ausgerechnet im Weltall klappen!

Sprecher: Michael Birgden

Audiobeitrag Weltraumethik


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