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Daniel 3, 17
Wenn unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns erretten aus dem glühenden Ofen. Und wenn er`s nicht tun will, so sollst du dennoch wissen,
dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht anbeten wollen.
Eine Widerstandsgeschichte aus einer längst vergangenen Zeit, liebe Hörerinnen und Hörer. Wir können sie im Buch des Propheten Daniel nachlesen. Dieser Daniel war ein Verbannter aus dem Volk Israel, der sich dem babylonischen Tyrannen Nebukadnezar vor mehr als zweieinhalb Jahrtausenden widersetzte. Nebukadnezar wollte Israel und die Israeliten babylonisieren, ihr Denken und Fühlen gleichschalten, allen Menschen unter seiner Herrschaft seine Wertvorstellungen und Gottesbilder aufzwingen. Nebukadnezar ließ ein Standbild errichten, circa 30 Meter hoch und etwa 3 Meter breit, ganz aus Gold. Ein größenwahnsinniges Monument, ein Bild seines Gottes, vielleicht sogar ein Selbstbildnis, Nebukadnezars Selbstvergottung.
Nebukadnezar bedrohte jeden, der sich weigerte, vor diesem Bild auf die Knie zu fallen: Wer sich aber nicht auf die Erde wirft und das Bild nicht anbetet, soll sofort in den glühenden Feuerofen geworfen werden! Diktaturen brauchen Gefängnisse und Konzentrationslager, Tyranneien brauchen Gaskammern und Feueröfen. Totalitäre Herrschaft muss Menschen bedrohen, ihre Persönlichkeit brechen, den Widerstand vernichten.
Drei fromme Juden leisten Widerstand, riskieren ihr Leben um ihres Glaubens willen. Sie lassen den Tyrannen wissen: Wir werden deinem Befehl nicht Folge leisten, auch wenn es vordergründig so aussieht, als hättest DU die Gewalt und Macht über unser Leben. Der ewige Gott aber, den wir verehren, fürchten und lieben, dieser Gott kann, wenn er will, unser Leben auch im glühenden Feuerofen bewahren und uns aus deiner Hand erretten! Und selbst wenn Gott es hier und jetzt nicht tun will, so sollst du dennoch wissen: Wir werden deinem Gott nicht dienen und das goldene Bild, das du aufgestellt hast, nicht anbeten! Wir vertrauen auf Gottes rettende Hand. Auch wenn diese Stunde die letzte Stunde unseres irdischen Lebens sein soll, wir halten an unserem Gott fest. Vielleicht sterben wir in deinem Feuerofen. Unser Glaube aber an den ewigen und einzigen Gott kann von keinem Feuer verzehrt werden.
Diese Widerstandsgeschichte gegen die totalitäre Herrschaft des Königs Nebukadnezar findet ein gutes Ende. Gott bewahrt die 3 Männer im Feuerofen. Der König Nebukadnezar ist davon so beeindruckt, dass er bekennt: Gelobt sei euer Gott, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die ihm vertraut und des Königs Gebot nicht gehalten haben, die sogar ihren Leib preisgaben. Denn sie wollten keinen anderen Gott verehren und anbeten als allein ihren Gott. Denn es gibt keinen anderen Gott als den, der so erretten kann!- das sagt jetzt sogar der Tyrann. Mit dieser Widerstandsgeschichte haben sich die Israeliten noch Jahrhunderte später gestärkt und getröstet, wenn neue Tyrannen sie unterdrückten, ihnen den Glauben rauben und ihre nationale und religiöse Identität auslöschen wollten.
Auch wenn wir heute Gottes Durchgreifen gegen grausame Potentaten und unmenschliche Tyrannen oft schmerzlich vermissen: Wir können wie die drei frommen Juden vor Nebukadnezar - davon ausgehen, dass sich vor Gottes Richterstuhl dereinst alle Knie beugen müssen, auch die triumphierender Tyrannen und sich selbst vergottender Machtmenschen. Und heute können wir uns darüber freuen, dass die Kanzlerin, der Bundespräsident und andere Politikerinnen und Politiker auf dem Kirchentag in Köln danach fragen, was ihr Glaube für ihr politisches Tagesgeschäft bedeutet gerade nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm. Lassen wir uns also von dem heutigen Losungswort stärken und ermutigen zur Zivilcourage, zur Treue zu unseren Überzeugungen und dazu, nur vor unserem Gott die Knie zu beugen!
Daniel 3, 17
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