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Jes. 43, 16
Mit einer Befreiung, liebe Hörerinnen und Hörer, beginnt die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. Das Volk kann Ägypten verlassen das Land,
in dem sie als Sklaven gehalten wurden. Das Land, in dem schon vor mehr als 3000 Jahren ein Programm erdacht wurde, das in den Zeiten deutscher Konzentrationslager Vernichtung durch Arbeit hieß.
Nach langen und zähen Verhandlungen und einigen Machtdemonstrationen Gottes - hat Moses den Pharao davon überzeugt, dass es besser für ihn und Ägypten sei, das Volk Israel ziehen zu lassen. Aber kaum sind die Sklavinnen und Sklaven auf dem Weg in die Freiheit, ändert der Herrscher seine Meinung wieder: Soldaten sollen die Freigelassenen jagen und wieder einfangen. Jetzt kommt es zum dramatischen Höhepunkt dieser Befreiungsgeschichte:
Vor den Israeliten liegt das Meer, hinter ihnen nahen die ägyptischen Soldaten. Ihr Traum von Freiheit scheint zu enden bevor sie gelernt haben, ihm zu trauen. Ertrinken, erschlagen werden oder zurück in die Sklaverei und sich zu Tode schuften, das sind die todbringenden und nach menschlichem Ermessen- auch die einzigen Alternativen. Aber auch wenn unsere Möglichkeiten ans Ende kommen, Gottes Wege und Möglichkeiten kommen nicht ans Ende!
Gottes Geleit rettet und befreit, Gottes Wege führen ins Leben und nicht ins Verderben! das zeigt uns der Fortgang der Auszugsgeschichte. Und daran erinnert uns das biblische Motto für den heutigen Tag:
Der Herr macht im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn. So lesen wir es bei dem Propheten Jesaja. Moses ist mit den Freigelassenen unbeschadet durch das Meer gezogen, die Soldaten des Pharaos aber wurden überflutet. Diese Rettungsgeschichte hat durch alle späteren Zeiten hindurch das Selbstverständnis des Volkes Israel geprägt und ihr Gottesbild bestimmt. Was immer auch geschah: Israel erinnerte sich dieser Errettung und konnte sich an einen Gott wenden, der ihnen zuerst und vor allem Retter und Befreier war. Auch für Israel gab es im Laufe seiner Geschichte schlimme Erfahrungen: die Ferne und das Schweigen Gottes bei Krankheit und Todesgefahr; kriegerische Auseinandersetzungen und vernichtende Niederlagen, die von den Weisen Israels als Ausdruck des Zornes Gottes verstanden wurden und als Strafe Gottes für das Versagen des Volkes oder Einzelner. Bei alledem aber galt: Gott will am Ende unsere Rettung und unsere Befreiung!
Gott macht im Meer einen Weg und in mächtigen Wassern eine Bahn! Das sagte der Prophet Jesaja viele hundert Jahre nach Moses den gefangenen Israeliten in Babylon zu. Mit diesem Wort tröstete und ermutigte er die Verzweifelten und Resignierten, denn: Befreiung und Rettung ist immer wieder möglich. Gott ist und bleibt vor allem Retter und Befreier. Das gilt auch für Euch! Und auch wir können das heute so hören: in allen unseren Niederlagen und Hoffnungslosigkeiten, in unserer Verzweiflung und wenn wir den Tod vor Augen haben: Gott ist Retter und Befreier. Auch für uns! Weil wir Geschwister Jesu Christi sind, weil Gott deshalb auch unser Vater ist! So wie Gott Jesus Christus in seinem Leben geleitet und durch sein Leiden und Sterben hindurch in neues Leben gerettet und befreit hat, so will Gott auch uns leiten und retten und befreien! Wenn der heutige Tag vor Ihnen liegt wie ein Meer voller Sorgen und Schmerzen: Gott will Ihnen einen Weg hindurch eröffnen. Wenn Sie sich auf den heutigen Tag freuen und ihm schon ganz ungeduldig entgegensehen: Gott will mit Ihnen auf dem Weg sein! Wenn der heutige Tag kompliziert und unübersichtlich zu werden droht: Gott begleitet Sie bei allen Irrungen und Wirrungen! Und wenn dieser Tag der letzte Ihres irdischen Lebens sein sollte und Sterben und Tod wie ein tiefes, dunkles Meer bedrohlich vor Ihnen liegen: Gott macht einen Weg auch durch dieses Meer. Denn Gott ist uns Retter und Befreier. Mit diesem Gott sind wir unterwegs.
Jes. 43, 16
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