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Hebräer 4, 12
Heute ist für die Evangelische Kirche im Rheinland ein besonderer Tag, liebe Hörerinnen und Hörer. Denn heute beginnt in Köln der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag.
Er ist das Treffen vieler, vor allem evangelischer Christinnen und Christen, das alle 2 Jahre an verschiedenen Orten unserer Republik mehrere Hunderttausend Menschen zusammenführt.
Kirchentag das sind 3000 Veranstaltungen an 5 Tagen; ein spannendes, anregendes und manchmal auch aufregendes Programm; eine einzigartige dichte und auch heitere Atmosphäre. Kirchentag das sind unvergessliche Eindrücke und eine ganz eigene Art, wie wir miteinander diskutieren, aufeinander hören, miteinander glauben. Kirchentag das sind spontane, fromme und fröhliche Begegnungen und Gemeinschaftserfahrungen. Menschen aus allen Altersgruppen, Prominente und Menschen wie du und ich, singen, beten und feiern Gottesdienste. Wir feiern Gottes Gemeinschaft mit uns und unsere Gemeinschaft untereinander. Wir bedenken, wie Gottes gutes Wort für ein gelingendes Leben ganz handfest aussehen kann für einzelne Menschen und für das Zusammenleben von Nationen, Rassen und Religionen in Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit. Und wenn es in unserer Macht liegt, führen wir das auch aus. Unter dem Motto Lebendig und kräftig und schärfer werden sich in dieser Woche Menschen zum weltweit größten Protestantentreffen in Köln treffen. Lebendig und kräftig und schärfer das ist ein Zitat aus dem 4. Kapitel des Hebräerbriefes. Die drei Eigenschaften beschreiben das Wort Gottes:
Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens ( Hebr. 4, 12 ) Um das Wort Gottes selbst geht es. Seine Macht und Kraft wird uns eindrücklich vor Augen gestellt. Unser Denken, Reden, Handeln und Glauben wird durch Gottes lebendiges Wort kräftig und geschärft, aber auch in Frage gestellt und herausgefordert.
Gottes Wort verlangt Verantwortung von uns Menschen, Verantwortung vor Gott und Verantwortung für Menschen und unsere Welt. Gottes Wort erwartet unsere Antwort in und durch unser Glauben, Reden und Handeln. Durch sein Wort schenkt uns Gott seine Zuwendung und seine Gnade aber eben keine billige Gnade! Gottes Wort trifft und betrifft uns nicht allein als tröstender und aufrichtender Zuspruch. Gottes Wort trifft und betrifft uns immer auch als wachsame, unterscheidende, scheidende und richtende Instanz. Gottes Richten und Gottes Gericht darf aus unserem Denken und Reden nicht ausgeklammert oder weichgespült werden. Gott lässt sich nicht spotten! Unsere Liebe zu Gott, dem Vater, macht unsere Ehrfurcht vor Gott, dem Allmächtigen, nicht überflüssig. Deshalb darf der Kirchentag in Köln auch keine religiöse Wellness-Veranstaltung werden. Aber Gottes Richten bewirkt nicht die endgültige Vernichtung allen Lebens. Auch das Richten Gottes hat- wie seine Liebe und Gnade unser gelingendes Leben in dieser Welt und unser ewiges Leben in Gottes neuer Welt zum Ziel. Gott selbst wird auch im Chaos das Leben seiner Menschen bewahren, alle Tränen abwischen, dem Geschrei des Krieges und dem Leiden aller Kriegsopfer ein Ende bereiten. Das zu wissen und zu glauben gibt uns heute schon die Kraft, allem Lebensfeindlichen, allen Ungerechtigkeiten und aller Bedrückung, aller Ausbeutung und Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu widerstehen. Ein Fest des Glaubens soll unser Kirchentag sein, eine Festigung und Kräftigung und eine lebendige Zeitansage an unsere Welt. Feiern Sie mit uns und begleiten Sie diese Tage mit Ihren Gedanken und Gebeten! Möge Gottes Wort Ihnen heute lebendig und kräftig, Geist und Sinne schärfend begegnen!
Hebräer 4, 12
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