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Mit allen Sinnen den Weg gehen
Autorin: Hape Kerkeling tut es. Der Papst tut es. Und auch meine Freundinnen: Sie machen sich auf den Weg, auf den Pilgerweg. Und erleben Dinge mit sich selbst und mit Gott,
die sie durch bloßes Nachdenken und Reden nicht erfahren hätten. Aaach, das würde ich zu gerne auch mal machen, einen Pilgerweg gehen. Aber bis nach Spanien reisen, viele Wochen unterwegs sein, das ist bei mir einfach nicht drin. Wie praktisch wäre das, wenn solch ein besonderer Weg gleich hier bei mir um die Ecke wäre. Und genau das gibt es jetzt: einen Pilgerweg, der sich zu den Leuten auf den Weg macht. Dieser Pilgerweg heißt Credoweg. Vom lateinischen Wort credo: ich glaube.
O-Ton: Es soll eine Erlebnis orientierte Ausstellung werden, die mobil konzipiert ist, so dass sie durch Deutschland touren kann. Eine Ausstellung, in der man gucken kann, hören kann, ausprobieren kann, in der man Erfahrungen macht mit allen Sinnen, um dann ein bisschen dem Glauben auf die Spur zu kommen.
Autorin: Heidi Kuhfus gehört zu den drei Leuten, die sich den Credoweg ausgedacht haben. Inzwischen arbeiten schon acht Leute im Team mit. Beim evangelischen Kirchentag in Köln wird der Credoweg diese Woche zum ersten Mal einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt: mit seinem Konzept und mit ein paar Stationen zum Ausprobieren. Insgesamt wird es auf dem Weg zehn Stationen geben. Jede Station spricht einen anderen Sinn an. Der Credoweg liefert keine Fertigkost und ist auch kein Stufenweg zur Erleuchtung. Stattdessen pilgert man von Station zu Station und findet immer wieder eine neue Tür zum christlichen Glauben. Am Ende hat man so hofft das Team etwas davon mitbekommen, dass der Gott der Bibel in die Freiheit führt. Heidi Kuhfus:
O-Ton: Also eine Station, da soll erlebbar sein, was ist eigentlich Umkehr? Ist das dieses Bedrohliche Du musst alles besser machen? Oder was ist das? Da geht man in eine Sackgasse und am Ende der Sackgasse ist ein Text, der auffordert: Kehr um! Und wenn man an diesem Standort ist, wo man eigentlich gar nicht weiter kann, dann ist das Umkehren die Befreiung zum Weitergehen, zum wieder leben Können. Und gar nicht dieses: Oah du hast alles falsch gemacht, sondern Umkehr als eine Lebensmöglichkeit.
Autorin: Der Credoweg ist eine neue Idee. Und gehört damit sozusagen zum Laboratorium Kirchentag. Seit seinen Anfangszeiten können Menschen auf den Kirchentagen Neues ausprobieren, neue Erfahrungen sammeln. Zum Kölner Kirchentag mit seinem Motto lebendig und kräftig und schärfer passt der Credoweg haargenau:
O-Ton: Lebendig bedeutet: mit allen Sinnen. Wir denken nicht nur über den Glauben, wir wollen das erfahrbar machen.. Kräftig bedeutet, wir versuchen, Methoden zu benutzen, die ankommen, die kräftig sind. Wir wollen außerdem deutlich machen, dass der Glaube Kraft hat. Und schärfer heißt für uns, wir können auch mal was wagen. Wir können ruhig ne Station pointiert darstellen und zur Diskussion anregen. Wir müssen da nicht vorsichtig sein.
Autorin: Gerade auf dem Kirchentag stehen die Chancen gut, auf Leute zu treffen, die solch eine neue Form des Pilgerwegs fasziniert. Und dann kommt der Credoweg hoffentlich bald zu mir nach Lemgo, damit auch ich lospilgern kann und Neues mit meinem Glauben erfahre.
Mit allen Sinnen den Weg gehen
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