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Da simmer dabei...
Autorin: Heute Abend geht es los. Hunderttausende treffen sich in Köln am Rhein und feiern unter der Überschrift Da simmer dabei.
Sie feiern aber nicht Karneval, sondern ihren christlichen Glauben. . Ein evangelischer Kirchentag im katholischen Rheinland wird das gut gehen? Das wurde Präses Nikolaus Schneider gefragt, Chef der evangelischen Kirche im Rheinland.
O-Ton: Das wird sehr gut gehen. Denn die Rheinländer sind ausgesprochen gastfreundliche und offene Menschen, sie sind interessierte Menschen. Und sie sind nicht nur katholisch.
So ist es. Darum gestalten heute Abend 4000 Menschen aus dem ganzen Rheinland, vom Niederrhein bis ins Saarland, ein großes Begrüßungsfest. Sie bieten Spezialitäten aus ihren Regionen an Spießbraten, Currywurst und Bergische Kaffeetafel. Entlang des Rheins wird auf dreizehn Bühnen Musik von Jazz bis Rock geboten, außerdem Akrobatik und Mitmachaktionen. Bei einbrechender Dunkelheit wird dieser Abend der Begegnung mit einem Lichtermeer aus hunderttausend Kerzen und mit schöner Musik ausklingen und auf die nächsten Tage einstimmen.
Gefeiert wird bis Sonntag in ganz Köln. Gastgeber für die Veranstaltungen und natürlich für die Übernachtungsgäste sind die Kirchengemeinden die evangelischen und die katholischen. Zudem findet Programm in der Kölner Messe und im Stadion statt, im WDR-Funkhaus, ja sogar im Kölner Dom. Das Motto über dem gesamten 31. Evangelischen Kirchentag lautet: "Lebendig und kräftig und schärfer", dazu ist ein Fisch gemalt, das Jahrtausende alte Symbol der Christen. Es ist allerdings ein Fisch mit einer schnittigen Haifisch-Flosse. Will heißen: Die Kirche versteht sich nicht als friedliches Fischlein, das im Mainstream mitschwimmt. Das Motto und der Fisch mit der Haifischflosse fordern auf, christliches Profil zu zeigen. Bloß: Wie sieht dieses Profil aus? Und wie kriegt man es? Durch das Wort Gottes, wie es in der Bibel steht. Weil dieses Wort immer noch aktuell ist, kann ich es heute lesen, hören, mit anderen drüber reden. Und dann werde ich feststellen, wie Präses Nikolaus Schneider :
O-Ton: Gottes Wort verspricht keinen faulen Frieden und keine billige Gnade. Vielmehr ist es parteilich und konkret und sorgt für Trennschärfe und Profil.
Partei ergreift Gott von je her für die Schwachen, die keine Stimme haben, also zum Beispiel für die Armen in der Welt. Sie erleben Nachteile durch das Verhalten der Starken, das sind heute ohne Frage die Industrienationen. Kein Wunder, dass die Bedeutung der Globalisierung und die "Macht der Würde" zwei thematische Schwerpunkte des Kirchentages sind. Wie wichtig ist so ein Großereignis wie der Kirchentag? Präses Nikolaus Schneider:
O-Ton: Das ist wie im Leben, wenn Sie immer nur Alltag haben und keine Feiertage, dann wird das ganz schön grau. Wir brauchen eben Feiertage. Denn das Leben, den Glauben und die große Gemeinschaft zu feiern, tut gut und ermutigt einen für den Alltag.
Na, da simmer dabei. Wer in diesen Tagen kurzerhand noch raus will aus seinem Alltag, der kann sich jetzt noch auf den Weg machen nach Köln und lebendig und kräftig und schärfer mitfeiern.
Musik: De Höhner, Viva Colonia, LC-NR. 00193
Da simmer dabei...
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