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G8-Gipfel in Heiligendamm
Demonstrieren das war nie mein Ding. Für mich klang das nach Rumstehen und Parolen brüllen. Oder selbst gemalte Schilder hochhalten. Das war mir immer zu albern.
Und irgendwie auch zu einfach gedacht. Denn meistens sind die Zusammenhänge, um die es geht, ja ein bisschen komplizierter. Da kann ich nicht einfach ankommen und sagen: So, Leute, jetzt ändern wir das mal eben. Hier sind meine Forderungen! Andererseits kratzt mich auch wieder das schlechte Gewissen, wenn jetzt ich die Bilder vom G8-Gipfel in Mecklenburg sehe. Dort, in Heiligendamm, demonstrieren gerade Tausende für eine gerechtere Weltordnung. Für eine Globalisierung, die auch den Menschen im Blick hat und nicht nur die Interessen der Wirtschaft. Ich dagegen sitze nur rum und schaue zu.
Zum G8-Gipfel reisen werde ich trotzdem nicht mehr. Aber eins haben die Demos erreicht: ich habe gerade begonnen, mich mit dem Thema Globalisierung mal etwas näher zu beschäftigen:
Was hat unser Wirtschaftssystem mit der Armut in den Entwicklungsländern zu tun? Macht es denn einen Unterschied, ob meine Sportschuhe in Asien oder in Europa zusammengeklebt werden?
Über solche Dinge nachzudenken ist nicht viel, zugegeben. Aber es ist immerhin ein Anfang. Ein Anfang, den eigentlich jeder machen kann.
Sprecher: Michael Birgden
G8-Gipfel in Heiligendamm
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