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Warum verstehen Menschen sich nicht so gut?
Woher kommt das eigentlich, dass wir Menschen uns nicht so gut verstehen? Die Iraner und die Amerikaner, die Israelis und die Palästinenser, die Deutschen und die Fremden,
Nachbarn und Zugereiste, Schalker und Dortmunder, Christen und Muslime, Katholiken und Protestanten, Männer und Frauen? Woher kommt das, dass wir uns nicht so gut verstehen?
Die Bibel sagt: das kommt daher, dass wir alle unterschiedliche Sprachen sprechen. Nehmen wir zum Beispiel Männer und Frauen: Sie, als Mann - allen Ernstes - verstehen Sie die Frauen? Sehen Sie! Umgekehrt soll es genauso sein. Die plausible Erklärung der Bibel: Männer und Frauen sprechen nicht dieselbe Sprache.
Das war mal anders: Alle Menschen hatten mal die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte (Gen. 11,1). So jedenfalls steht es auf den ersten Seiten der Bibel. Man verständigte sich in einem Geist.
Und dann passierte die Geschichte mit dem Turm: Die Einwohner der Stadt Babel bauten einen Turm. Sie wollten hoch hinaus. Sie bauten einen riesigen Turm, der bis in den Himmel ragen sollte. Sie wollten den Nachbarstädten zeigen, wie mächtig und schlau sie waren. Auch Gott wollten sie es zeigen. Er sollte ruhig mal staunen, wenn sie eines Tages bei ihm oben im Himmel aufkreuzten, auf der Spitze ihres Turmes stehend: Grüß Gott, wollten sie dann rufen. Da staunst Du, was? Wir haben uns ein Denkmal unserer Schlauheit und Macht gebaut. Dadurch sind wir Dir ein wesentliches Stück näher gekommen!
Doch dann kam alles ganz anders: Plötzlich verstanden die Menschen sich nicht mehr. Von jetzt auf gleich. Es war, als wenn sie alle völlig unterschiedliche Sprachen sprächen. Sie hatten zu hoch hinaus gewollt, und dabei verloren sie sich. Alle liefen daraufhin auseinander in alle Richtungen.
Früher bauten die Menschen Türme, Burgen oder Kirchen. Heute bauen sie Banken, riesige Einkaufspaläste, Stadien und Raumfahrtstationen. Denkmäler unserer Schlauheit und Macht! Dagegen war der Turm zu Babel eher Kinderkram - legosteinmäßig. Seit den Erkenntnissen der Atom- und Gentechnologie haben wir es auch nicht mehr nötig, Gott näher zu kommen. Wir selbst sind zu Göttern geworden: Alles ist möglich, dem der an sich glaubt. Alles? Am Ende blieb in Babel eine Ruine übrig.
Heute ist Pfingsten. Pfingsten erzählt von einer ganz anderen Bewegung: Nicht wie beim Turmbau von unten nach oben - das Streben, möglichst hoch hinauf - wie Gott sein zu wollen. Hier passiert eine umgekehrte Bewegung : Gottes Kraft, sein Geist kommt von oben nach unten und verschenkt sich. Und die Folgen? Die Menschen sind begeistert. Sie fangen an, sich neu zu verstehen. Sie öffnen sich ohne Angst. Sie atmen neu, sie denken neu, sie begegnen sich in diesem neuen Geist. Das Fremde und Unverständliche ist keine Bedrohung mehr, sondern Bereicherung.
Was brauchen wir mehr in unseren Beziehungen und Familien, zwischen den Religionen und Konfessionen, unter den Völkern und Nationen?! Lassen Sie uns ein rauschendes Fest feiern, eine globalisierte Familienparty; ein Fest, das ansteckt und begeistert. Ein Fest, das alle einlädt: Iraner und Amerikaner, Nachbarn und Zugereiste, Schalker und Dortmunder, Christen und Muslime, Katholiken und Protestanten, Männer und Frauen, alt und jung! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne Pfingsten.
Warum verstehen Menschen sich nicht so gut?
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