Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

08.05.07, 5.56 Uhr, Pastorin Beate Raguse

I Only ask of God

Rund 30 Jahre ist es her, dass die Militärs in Argentinien die Macht übernahmen und Mercedes Sosa mit kraftvoller Stimme gegen das Unrecht ansang:

Musik: Mercedes Sosa, Nr. 5, aus: 30 Anos, LC-Nr. 0383
Sólo le pido a Dios
que el dolor no me sea indiferente,
que la reseca muerte no me encuentre
vacío y solo sin haber hecho lo suficiente.

Autorin: Solo le pido a dios - nur eines erbitte ich von Gott, dass das Leiden mich nicht gleichgültig lässt, dass der bleiche Tod mich nicht findet, leer und einsam ohne gehandelt zu haben, als es nötig war. Solo le pido -1978 von Leon Gieco geschrieben - wurde schnell zu einer der wichtigsten Hymnen der Menschenrechtsbewegung. Mercedes Sosa, die damals im Exil lebte, machte das Lied in Deutschland bekannt.

Musik: Sólo le pido a Dios
que lo injusto no me sea indiferente,

Autorin: Von kratzenden Klauen, sang Sosa, vom Zertreten. Mehr als solche  Bilder waren nicht nötig, um die Situation in ihrem Heimatland bedrückend nahe kommen zu lassen. Klatschend und singend stimmte das Publikum ein, „Lass mich nicht gleichgültig sein gegenüber dem Leid und Unrecht auf der anderen Hälfte der Weltkugel.“ In diesen Tagen ist Sólo le pido wieder im Radio zu hören. Gesungen von drei jungen Musikern aus Dänemark: Waqas, Isam und Lenny. die aus marokkanischen, kubanischen und pakistanischen Einwandererfamilien stammen. Als Band nannten sie sich „Outlandish“. 

Musik: Outlandish, I only ask of God,
aus: Clother than veins, LC Nr.: 0316
I only ask of God
He won’t let me be indifferent to the suffering
 
Autorin: Nur eines erbitte ich von Gott, dass das Leiden mich nicht gleichgültig lässt, Outlandish hat das bekannte Lied neu arrangiert. Doch “I only ask of God ” ist mehr als nur eine Coverversion. Es ist Ausdruck einer ganz persönlichen Erkenntnis, die die Musiker während ihrer Reisen in den vergangenen Jahren gewonnen haben. Auf ihrer homepage schildern sie:

Sprecher: “Wir haben viele verschiedene Menschen getroffen, die ihr Leben auf völlig unterschiedliche Art und Weise leben, unter völlig anderen Lebensumständen. Ich glaube, dass hat uns geholfen, uns selbst als menschliche Wesen zu sehen, als Teil des Ganzen.”

Autorin: Eine Erfahrung, die nicht nur ihr Selbstverständnis veränderte, sondern durch die sie sich auch verantwortlich fühlen. In ihren Liedern klagen sie gesellschaftliche Missstände an: Armut und Rassismus. Mit Texten in englisch, spanisch, dänisch, arabisch und urdu erreichen sie viele Menschen.

Musik: People, people. 

Autorin: Diese Zeile hat Outlandish hinzugefügt. Menschen, Menschen. Wer sich mit ihnen verbunden weiß, singt sie auch heute, die Hymne gegen die Gleichgültigkeit.

Musik: Outlandish, I only ask of God

Audiobeitrag I Only ask of God


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