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Jugendliche und Alkohol
Die Mönchengladbacher Altstadt, hier reiht sich eine Kneipe an die andere. Bereits am frühen Vormittag werden hier Bierfässer angeliefert.
Wie immer liegt auch heute ein leichter Geruch von Alkoholischem in der Luft. Mitten im Szenarium: Das Diakonische Werk mit seiner Beratungsstelle für so genannte legale Drogen: Medikamente und Alkohol. Eine Bezeichnung, die vielen, die hier vorbei gehen, nur ein müdes Lächeln abringt. Alkohol gehört in Deutschland zur Alltagskultur. Dass er besonders bei Heranwachsenden wie ein Gift wirkt, wird oft vergessen. Eine Haltung, die Barbara Baik, Therapeutin in der Suchtberatung, kennt und deren Folgen, sie seit elf Jahren tagtäglich erlebt.
O-Ton: Es ist so, dass wenn ein Jugendlicher Haschisch raucht oder da experimentiert Eltern sehr viel wacher sind und ganz schnell auch mal die Drogenberatung anrufen, und bei Alkohol auch Eltern in der Gefahr sind, das erst mal zu verharmlosen oder sagen: das wächst sich schon aus.
Autorin: Was in den meisten Fällen auch so ist, betont die Sozialarbeiterin. Darum unterscheidet sie zwischen mäßigem Alkoholgenuss und den Gefahren maßlosen und nicht mehr kontrollierbaren Trinkens. Nicht Abstinenz, sondern ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol heißt das Ziel, das sie und ihre Kollegen verfolgen, wenn sie in Schulen gehen, informieren und diskutieren. Viel Zeit steht dafür allerdings nicht zur Verfügung. Längst gibt es eine Warteliste derer, bei denen sich das Trinken eben nicht rausgewachsen hat. Denn Fakt ist, wer einmal das Gefühl hatte, mit Alkohol im Blut seine Probleme besser lösen zu können, der greift schneller wieder zur Flasche. Wie die Menschen, denen Barbara Baik hilft, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen.
O-Ton: Also haben in der Jugend sich ausprobiert.... Und wenn dann im späteren Verlauf des Lebens Stressbelastungen, Konflikte, Traumatisierungen hinzukommen, das dann halt man erfahren hat in der Jugend, das ist aber ein Mittel, das ich einsetzen kann, um diesen Stress zu regulieren.
Autorin: Und Alkohol ist immer leicht zu bekommen. Meistens sind es mangelndes Selbstwertgefühl und zu starke Gefühle, die Suchtkranke und gefährdete Menschen zum Trinken führen. Das hat die Therapeutin beobachtet. Ihr Umkehrschluss:
O-Ton: Bei jungen Menschen ist das Wichtigste, dass sie stark gemacht werden. Was Jugendliche suchen, ist halt ihre Rolle in dieser Welt, ja mit allen Auseinandersetzungen und da ist es, glaube ich, ganz wichtig, dass Eltern bereit sind, diese Auseinandersetzung anzunehmen, sich auch mit diesem Thema Alkohol immer wieder zu konfrontieren, zu informieren, das eigenen Verhalten zu hinterfragen, und feste Regeln auszuhandeln, glaube ich, das ist, was Jugendliche wirklich brauchen, ernst genommen werden, und gefordert auch zu werden an diesem Punkt.
Autorin: Doch nicht nur die Eltern sind gefragt. Auch die Gesellschaft. Davon ist die Suchtberaterin Barbara Baik überzeugt:
O-Ton: Also das ist mein wichtigstes Anliegen, dass man was für Jugendliche tun muss, dass Jugendliche Raum brauchen, um sich auszuleben, dass sie auch Abenteuer erleben müssen, außerhalb von flatrate saufen.
Jugendliche und Alkohol
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