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Vorbilder
Jetzt ist er tot. Lukas ein 16jähriger Schüler hat sich zu Tode gesoffen. Und die Zahl der Alkoholiker und Alkoholikerinnen unter Kindern und Jugendlichen steigt.
Ich halte das für sehr bedrohlich. Und unangenehm. Bedrohlich für Kinder und Jugendliche. Unangenehm für uns. Erwachsene. Sich zu empören, nach dem Staat zu rufen - das ist das Eine. Den eigenen Umgang mit Alkohol in Frage zu stellen - das ist das Andere. Und wie mir scheint für nicht Wenige, das deutlich Schwierigere, Unangenehmere.
Zwar wird über das sogenannte Kampftrinken der Jugendlichen nun auch öffentlich diskutiert. So weit so gut. Auch wenn Lukas erst sterben musste. Nach 50 Tequila und 4,8 Promille mit 16 Jahren - Aber es wird kaum nach seinen, nach Lukas Vorbildern gefragt. Und das halte ich für falsch. Weil so die Verantwortung an die übertragen wird, die ihren Weg zur Selbstverantwortung erst noch finden müssen: Kinder und Jugendliche. Ich spreche nicht als moralinsaure Spaßbremse, wohl aber als Vater, der sich doch schließlich selbst fragen muß: Was lebst du deinem Kind vor? Welchen Umgang mit Alkohol lebst du deinem Kind vor? Nicht das ich falsch verstanden werde, wenn Papa trinkt, mal und in Maßen, ist das ja nicht das Problem. Ein Problem ist da z.B. schon eher die Verknüpfung der Themen Männlichkeit und Alkohol. Nach der alten Grönemeyer Frage: Wann ist ein Mann ein Mann? Wieviel Bier, Whisky, Wodka, oder Wein muss sein um? Ja, - um was? Dazuzugehören, sich zu entspannen, nichts zu spüren oder sich zu spüren? Wieviel muss einer vertragen können?
Noch mal - es geht hier nicht darum den Spaß und Genuss an Alkohol zu verderben, den man ja durchaus haben kann. Es geht mir ums Vorbild sein. Für die eigenen und andere Kinder. Und für Jugendliche. Zwar meinen manche: Erziehung bringt nix, wie mir neulich ein älterer Freund sagte. Und fuhr fort, denn: die machen sowieso alles nach.
Stimmt. Mein´ ich. Wenn nicht alles, so machen Kinder und Jugendliche doch ihren Erwachsenen - also uns das Meiste nach. Die Sache mit dem Vorbildsein, scheint also noch nicht einmal etwas zu sein, was ich mir vornehmen muss oder kann, weil: Vorbild bin ich sowieso.
Und dann stellt sich eben sehr konkret die Frage, wie das geht - mit dem Gefühle zeigen, Frust aushalten, auf Menschen zuzugehen, dazugehören. Nicht - das Vorbilder alles wissen oder können müssen, aber: anfangen zu reden hilft. Alkohol dagegen ist auf Dauer tödlich.
Vorbilder
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