Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

27.04.07, 09-10 Uhr, Pastorin Beate Raguse

Baby ohne Namen

Es ist unfassbar! In Hamburg hat jemand ein Neugeborenes aus dem 10. Stock eines Hochhauses geworfen. Bruchstückhaft kommen Informationen an die Öffentlichkeit.

Die Frau habe das Kind alleine zur Welt gebracht. Sie habe Angst gehabt vor der Reaktion ihrer Eltern. Die Nachbarn legen Blumen nieder für das „Baby ohne Namen“, wie die Medien es nennen.

„Baby ohne  Namen“ macht den krassen Gegensatz deutlich: Zu den  Kinder, die erwünscht und herbeigesehnt sind. Da suchen Mutter und Vater monatelang nach einem passenden Namen.  Und dann lassen sie ihr Kind taufen.  Bei der Taufe bitten die Anwesenden nicht nur um Gottes Segen. Alle versprechen, sich um diesen kleinen Menschen zu kümmern: Unsere Lebenswege sollen sich immer wieder  kreuzen.

Ein symbolischer Akt, der deutlich machen soll, dass wir füreinander Sorge tragen. Fürsorge, die ganz unterschiedlich aussehen kann, je nachdem ob wir Eltern, Freunde oder Nachbarn sind.  Ein soziales Netz, das der jungen Mutter  offensichtlich völlig fehlte.

Von der Anonymität  der Wohngegend sprechen die Medien. „Anonym“ heißt ja genau das: „ohne Namen“. In der Anonymität wurde ein Baby ohne Namen geboren und getötet.

Wenn wir solche Meldungen nicht mehr hören wollen, müssen wir etwas gegen  die Anonymität tun. Jeder muss sich sorgen,  so gut er eben kann,  um jeden, der seinen Lebensweg kreuzt.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

 

Audiobeitrag Baby ohne Namen


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