Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

28.04.07, 06.30-07 Uhr, Pastorin Beate Raguse

David und Goliath

„Ein Sieg des David über Goliath“ titelt die Tageszeitung, wenn Frankfurt sich gegen die Bayern durchsetzt oder eine kleine Angestellte einen Aufsehen erregenden Prozess

gegen einen Konzern gewinnt. Was nicht mehr jeder weiß: Die Ursprungsgeschichte der beiden wird im Alten Testament erzählt. David, ein junger Hirte, stellt sich Goliath entgegen. Der wird als riesengroß beschrieben, mit einem Speer hoch wie ein Baum und in einer mächtigen Rüstung steckend. Der Kampf scheint schon entschieden. Doch David besiegt den unbeweglichen Riesen, indem er ihn einen Stein an den Kopf schleudert.

Seither wird David oft erwähnt; wenn das scheinbar Unmögliche gelingt. Wenn der Schwächere sich gegen den Starken durchsetzt.

Wie vor zwei Wochen, als meine Freundin Jessy mit ihrem Freund zu einem Openair Konzert fuhr. Die Parkplätze waren längst besetzt, alles zugeparkt und auf der Straße war es zu eng für zwei Fahrzeuge. Mehrmals hatten sie den Gegenverkehr durchgelassen, jetzt waren sie zwanzig Meter vorgeprescht, als von rechts ein schwerer Jeep in die Kreuzung zog. Nichts ging mehr und der Fahrer des Rover ließ ein paar Mal den Motor aufheulen. „Ich spreche mal mit ihm“, sagte Jessy. Und erzählte mir später, dass ihr Herz schon schneller schlug, als sie ihre 55 Kilo aus dem Auto schob. Doch kaum war sie auf das andere Fahrzeug zugegangen, hob der Fahrer entschuldigend  die Hände und fuhr zurück. „Das war wie David gegen Goliath, sagte Jessy.

Sprecherin: Christiane Birgden

 

Audiobeitrag David und Goliath


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