Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

11.04.07, 5.56 Uhr, Silke Janssen

Der Leib ist ein Tempel

Guten Morgen. Sitzen Sie schon beim Frühstück und lassen sich den Kaffee so richtig schmecken?

Und liegt auf Ihrem Frühstücksteller ein weißes Brötchen mit leckerer Marmelade? Nein? Ach, ein Vollkornbrötchen mit Honig. Respekt ! Sie achten auf Ihre Gesundheit.

Das ist nicht selbstverständlich. Vor kurzem habe ich ein junges Paar auf der Straße beobachtet. Beide hatten schlappe 30 Kilo zuviel drauf. Sie taten auch was dafür. Er hatte eine Riesentüte Pommes rot weiß und stopfte abwechselnd sich und seiner Partnerin die fetten Kartoffelstäbchen in den Mund. Sie trank Cola und naschte zwischendrin von der Zuckerwatte.

Wenn ich aber in Modezeitschriften blättere, schauen mich abgemagerte Frauen und Männer an. Auch sie tun viel dafür, dass sie so aussehen.

Beide Anblicke empfinde ich als Herausforderung. Es tut mir als Christin in der Seele weh, mit anschauen zu müssen, wie diese Menschen verantwortungslos mit dem umgehen, was Gott ihnen geschenkt hat. Mit ihrem Körper, der einmalig geschaffen ist und den ein Mensch nicht einfach erneuern kann wie zum Beispiel ein Auto.

In der Bibel schreibt der Apostel Paulus an seine Freunde in Korinth: „Euer Leib ist ein Tempel, den ihr von Gott habt“.

Paulus vergleicht den menschlichen Körper zunächst mit einem Gebäude. Ein Gebäude dient dem Schutz. Der Mensch braucht ein festes Dach über dem Kopf, braucht Mauern, um vor Regen, Sturm, Schnee, vor Kälte und Hitze geschützt zu sein.
Deshalb lasse ich ein Haus nicht verfallen,. Ich checke regelmäßig, ob das Dach dicht ist, die Fenster schließen und sorge dafür, dass keine Risse im Mauerwerk entstehen.

Die Bibel geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie vergleicht den Körper nicht nur mit einem gewöhnlichen Haus, sondern mit einem Tempel. Der menschliche Körper ist also, um im Bild zu bleiben, nicht einfach nur eine Kate oder ein einfacher Schuppen aus Holz oder Stein. Sondern etwas Wertvolles und Außergewöhnliches. An einem Tempel haben die Architekten lange gesessen. Er ist mit Marmor ausgestattet, mit Gold und Stuck verziert. Er ist einmalig.

Liegt es da nicht schon in der Natur der Sache, dass man ein so schönes Gebäude erhält? Dass man etwas so Schönes besonders gern hat und schätzt? Ist es da nicht selbstverständlich, dass man etwas so Wertvolles pflegt? Offensichtlich nicht, wenn ich an das dicke Pärchen auf der Straße oder an die Hungerhaken in den Magazinen denke.

„Der Leib ist ein Tempel, den ihr von Gott habt“, heißt es in der Bibel. Der menschliche Körper ist etwas ganz Besonderes. Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde hat dem Menschen den Körper als ein ganz besonderes Geschenk gegeben. Unseren Körper, in dem wir wohnen.

Es wäre doch schön, wenn wir Menschen diesen Körper genauso instand halten würden wie ein Haus und ihn achten, wertschätzen und verantwortungsvoll mit ihm umgehen. Nicht nur, um gesund zu bleiben und so lange wie möglich ohne größere Beschwerden leben zu können. Sondern den Körper auch als einen Ort zu pflegen, in dem wir Gott begegnen können. Ein spirituelles Leben führen. Zum Beispiel wenn wir beten oder in der Stille auf Gottes Stimme hören. Auch dafür, sagt die Bibel, soll der Körper gepflegt werden.

Audiobeitrag Der Leib ist ein Tempel


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