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Von heute auf morgen Vater
Monatelang hatte er sich darauf vorbereitet. Zusammen mit seiner Frau. Und dann ging alles ganz schnell.
Das Telefon klingelte und plötzlich hatte Jochen Börnke zwei Pflegekinder. Vermittelt von Alpha, dem Wuppertaler für Pflegekinder. Bereits wenige Wochen später zogen die Brüder Jan und Ole bei ihnen ein.
O-Ton: Das war eine wirklich faszinierende Erfahrung. Eine der größten Herausforderungen meines Lebens
Autorin: Seitdem ist Jochen Börnke nicht nur zweifacher Vater, sondern auch Hausmann. Sein Nachhilfeinstitut hat der gelernte Theologe verkauft und widmet sich nun ganz seinem neuen Job. Seine Frau arbeitet nach wie vor ganztags als Berufsschulpfarrerin. Was hat die beiden bewogen, Kinder bei sich aufzunehmen, die ansonsten ins Heim müssten, weil ihre Eltern psychisch krank und alkoholabhängig sind:
O-Ton: Es spielte schon eine große Rolle auch, was wir so in der Zeitung gelesen haben und im Fernsehen gesehen haben über die Kinder, die wirklich schwer misshandelt worden sind und die zum Teil eben auch Elternhäuser nicht überlebt haben. Und da haben wir gedacht, wir haben eigentlich genug Raum in unserem Leben und könnten Kindern ein zu Hause geben, die dringend eins brauchen.
Autorin: Ausschlaggebend für ihre Entscheidung, war aber auch die Frage nach dem Sinn des Lebens, ihr Glaube an Gott:
O-Ton: ... wie ich meinen Glauben leben kann, nämlich wirklich sehr konkret und so konkret, wie wir das im Moment tun, war das sonst glaube ich bisher kaum möglich.
Autorin: Als die beiden erzählten, dass sie Pflegeeltern werden, gab es auch kritische Stimmen. Macht doch lieber eigene Kinder, hieß es. Wer weiß, was da noch auf euch zukommt. Doch alle Bedenken der Freunde und Familie waren verflogen, sobald sie Jan und Ole trafen.
O-Ton: Die größten Kritiker sind diejenigen, die die Kinder jetzt am meisten lieben. Autorin: Auch wenn man es den Kindern beide sind unter sechs nicht sofort ansieht, sie haben bereits traumatische Erfahrungen gemacht.
O-Ton: Das sind oft kleine Dinge im Alltag, die das deutlich machen. Vor allen Dingen starke Verunsicherungen 7:06 vor allen Dingen kein ausgeprägtes Ich - Gefühl. Das ist eigentlich das größte Thema.
Autorin: Jeder Tag ist ein neuer Tag für den Pflegevater Jochen Börnke ist dieser Satz wichtig insbesondere nach einem Tag, der schwierig war. Was in Krisen auch hilft, ist daß man als sog. Erziehungsstelle bezahlt wird. Und das ist gut so, denn das Geld
O-Ton: ... hilft manchmal auch wieder sein eigenes Verhalten zu professionalisieren ... . Wobei das nicht immer eine Rolle spielt, aber in schwierigen Situationen schafft es manchmal eine hilfreiche Distanz.
Autorin: Im Leben von Jan und Ole hat sich viel verändert. Doch auch im Leben von Jochen Börnke und seiner Frau Petra Wassill:
O-Ton: ... in dem wir selber auch wieder viel stärker unser eigenes Kindsein mit den Kindern erleben und einfach auch manchmal eine ganz große Fröhlichkeit in unserer Familie haben und viel Lachen. Das ist eine ganz große Veränderung, die neben all dem Schweren, was dann auch passiert oft Alltag viel schöner macht.
Von heute auf morgen Vater
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