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Entrümpeln und für Neues Platz machen
Es gibt doch dieses schöne Sprichwort von Jesus, wo er sagt: Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid; sonst reißt der neue Lappen vom alten ab und
der Riss wird ärger. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreißt der Wein die Schläuche und der Wein ist verloren und die Schläuche auch, sondern man soll neuen Wein in neue Schläuche füllen. (Mk 2,21ff.)
Wenn Sie so wollen, ist das eine Alltagsweisheit. Denn jeder Hausmann jede Hausfrau weiß: auf ein altes Stück Stoff näht man keinen neuen Lap-pen, denn der neue noch nicht verfilzte Lappen läuft bei der ersten Wäsche ein und reißt an der geflickten Stelle nur noch schlimmer ein. Und jeder Bauer weiß, dass er keinen neuen Wein in alte Schläuche füllt, denn der gärende Saft sprengt den alten Schlauch. D.h.: Da gibt es keine Kompro-misse. Das Alte muß manchmal eben weg! Nicht, weil alles Alte grund-sätzlich weg muß, sondern weil manches Alte uns daran hindert, uns für Neues zu öffnen. Loslassen befreit. Das weiß ich. Aber auch mir fällt es schwer. Zum Beispiel bei Erinnerungen. Da schleppe ich schon seit zehn Jahren eine riesengroße Kiste mit alten Briefen, Postkarten, Mails und Fo-tos mit mir herum und weiß, dass ich da dran muss, um endlich mal aus-zumisten, weil wir bald umziehen.
Ich habe bereits x Ratgeberbücher verschlungen, mit Titeln wie: Entrüm-peln Sie Ihr Leben!; Lass endlich los! oder Kampf dem Alltagschaos und alle haben mich motiviert, endlich anzufangen und dieselbe Methode erwähnt: Ich soll drei Kisten vor mich hinstellen, um sinnvoll zu entrüm-peln! In eine soll all das hineinkommen, was wirklich wichtig ist. Die zweite Kiste ist für Dinge bestimmt, bei denen ich noch unschlüssig bin und die dritte ist sozusagen ein Mülleimer.
Ich finde die Idee gut und sollte endlich anfangen. Diese Kiste ist ja nicht wirklich wertvoll. Es geht in ihr um Erinnerungen. Umso schwerer fällt es mir, sie auszumisten. Vielleicht aus Angst, dann seien auch alle Erinne-rungen weg? Deshalb hebe ich lieber alles auf. Das Problem ist nur: alles könnte ja potentiell wichtig sein, weil wert sich daran zu erinnern. Aber ist das nicht auch belastend - also Ballast, der zur Last wird? Auch für die Seele? Man schleppt ja quasi unbewusst in so einer Kiste auch alles mit sich mit, was es an Negativem in der Vergangenheit gab und kann nicht loslassen.
Meine Freundin sagte zu mir neulich: Wirf den Ballast doch so weg, dass Du ihn zwar in den Müll wirfst, aber symbolisch vor Gott hinlegst, z.B. im Gebet. So wie es Menschen schon vor vielen Tausenden von Jahren getan haben. Wenn ich es vor Gott werfe, geht es nicht verloren. Es ist bei ihm sozusagen archiviert und belastet mich dann nicht mehr länger. Das ist eine super Idee! Ich setzte mich jetzt daran. Ich werde mich von altem Ballast trennen, damit der neue Wein also meine neuen Erfahrungen nicht den alten Schlauch also meine alte Erinnerungskiste, zum sprengen brin-gen. Denn sonst quillt auch meine Seele bald über. Ich muss endlich Platz machen für Neues! Jetzt oder nie! Her mit den drei Kisten. Das Entrümpeln kann beginnen
Entrümpeln und für Neues Platz machen
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