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Befiehl du deine Wege
Der Choral Befiehl du deine Wege ist eines der großen Trostlieder unserer Sprache. Viele Menschen in den letzten Jahrhunderten hat er begleitet und bestärkt.
Paul Gerhardt hat ihn in der Mitte des 17. Jahrhunderts gedichtet.
Sprecherin: Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
In diesem Lied wird das Leben als Wanderschaft beschrieben. Der Mensch ist unterwegs zeit seines Lebens, von der Geburt an. Und man kann an diesem Lied mit seinen 12 Strophen auch entlanggehen, denn das erste Wort jeder Strophe ergibt - wenn man sie alle 12 hintereinander liest - den Satz aus Psalm 37, der die Vorlage für dieses Lied ist: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wirds wohl machen.
Paul Gerhardt geht ganz selbstverständlich davon aus: Gott weiß den richtigen Weg für uns. Wir wissen ihn ja oft nicht; wissen nicht, ob der Weg, den wir einschlagen, auch wirklich ein guter Weg ist. Das stellt sich oft erst im Rückblick heraus. Der Dichter selbst hat das in seinem Leben auch erfahren: wir machen große Umwege und sind manchmal auch auf Irrwegen. Aber Gott weiß einen Weg für die Wolken am Himmel und für die Winde, die über die Erde wehen. Da wird er auch den Menschen nicht vergessen und einen guten Weg für ihn finden.
Zugegeben, es fällt uns heute nicht ganz leicht, so einfach zu vertrauen, sich Gott so zu überlassen. Aber mich beeindruckt doch sehr, wie Paul Gerhardt das gelingt. Allen Grund hätte er gehabt, an Gott zu zweifeln. Aber er glaubt fest, dass sich Gottes Wirken auch in den schweren Zeiten des Lebens, ja sogar im Bösen, verbergen kann. Wenn Gott sich etwas vorgenommen hat, dann bringt er es auch zum Ziel.
Sprecherin: Und wenn gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehen; was er sich vorgenommen und was er haben will, das muss doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel.
Paul Gerhardts Blick auf das Leben und vor allem auf die Schwierigkeiten des Lebens ist anders als unsere heutigen Maßstäbe. Wir gehen ja meist davon aus, wir hätten ein Anrecht auf ein gutes Leben haben und wir protestieren, wenn wir unser Leben anstrengend und unverständlich finden. Paul Gerhardts Lieder sind gerade deshalb echte Trostlieder, weil in ihnen auch das Schwere in unserm Leben angenommen und akzeptiert wird, auch das, was nicht übersprungen werden kann. Ja, gerade darin sind wir in der Nachfolge Jesu, der mit seinem Tod das Leiden der Welt auf sich genommen hat. Wir sehen in unserem Leben nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit, die doch aus Gottes Sicht viel größer ist. Und Gott wird alles zu einem guten Ende bringen.
Sprecherin: Auf, auf gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, lass fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.
Befiehl du deine Wege
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