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Seelsorge am Düsseldorfer Flughafen
Abschiedstränen vor dem Abflug-Gate, Flugangst beim Check-in, quälendes Warten auf die Ankunft einer verspäteten Maschine. Alltägliche Situationen auf unseren Flughäfen.
Deswegen gibt es jetzt am Düsseldorfer Flughafen ehrenamtliche Seelsorger, die sich um die kleinen und großen Alltagsdramen um Ankunft und Abflug kümmern, die einfach da sind, wenn jemand Hilfe braucht. Die elf Ehrenamtlichen kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen. In einem Kurs wurden sie von der Evangelischen Kirche im Rheinland ausgebildet und vor kurzem in ihren Dienst eingeführt. Minimum acht Stunden im Monat.
Eine von ihnen ist Michaela Grebenstein. Sie ist Therapeutin in Duisburg. Ihre Motivation:
O-Ton: Ich hab den Aufruf in der Zeitung gelesen, das fand ich erstmal interessant, Flughafen, Ehrenamt, und ich arbeite mit kranken Menschen, und ich wollte endlich mal mit gesunden Menschen arbeiten.
Auch Bernward Boden arbeitet jetzt ehrenamtlich als Seelsorger am Düsseldorfer Flughafen. Hauptberuflich ist er Beamter im öffentlichen Dienst in Köln.
O-Ton: Ich arbeite in einem Beruf, der mich mehr und mehr zwingt, bürokratisch zu sein, automatisch zu funktionieren, abzufertigen, Tatsache ist, dieser Beruf hat mich so eingeengt in meiner Begegnung mit Menschen, dass ich gesagt habe, ich muss hier irgendwas als Alternative schaffen, das ist ein wichtiger Grund.
Während ihrer Ausbildung haben sie bereits als Seelsorger am Flughafen gearbeitet und einige Erfahrungen gesammelt. Auch Michaela Grebenstein:
O-Ton: Da ist ja tatsächlich alles, ganz viel Freude, Abenteuer, Spannung, was ich gerne aufnehme, was ich gerne sehe und auch die Ängste, die Sorgen und auch die Dinge, die mir vielleicht selber mal passieren könnten oder schon passiert sind, mein Vater ist, also, tot ausm Urlaub wieder gekommen, vielleicht ist da auch ne Motivation gewesen.
Die Seelsorger haben ein kleines Büro im Verwaltungsgebäude. Ihre Hauptaufgabe ist jedoch in den Hallen des Flughafens präsent zu sein. Mit wachem Blick, ob irgendwo jemand ist, der Hilfe braucht. Bernward Boden:
O-Ton: Wenn da ein Mensch sitzt und hat gerade etwas erlebt in seinem privaten Umfeld und will davor fliehen in einen Urlaub zum Beispiel, dann ist das sein gutes Recht und seine Möglichkeit, aber er nimmt sich ja mit. Und ich habs oft erlebt, dass dann auch manchmal Tränen flossen, und dann kann man darüber sprechen. Das sind so Momente, wo ich sage, da wars gut, da gewesen zu sein.
Michaela Grebenstein erinnert sich an eine Begegnung, die ihr sehr nahe gegangen ist.
O-Ton: Eine Tochter, die einmal im Jahr aus Australien nach Deutschland kommt, um ihre Mutter zu besuchen, stand an den Gates und weinte, weil sie nicht wusste, ob sie beim nächsten Besuch die Mutter noch lebend wieder trifft.
Dass sie ihren Dienst am Flughafen als Ehrenamtliche der evangelischen Kirche tun, ist allen aus der Gruppe wichtig. Besonders Bernward Boden, der sich von Jesus beauftragt und begleitet fühlt.
O-Ton: Wir gehen auch auf die Menschen zu, weil er nun selber nicht unter uns sein kann leiblich, aber seelisch ist er bei mir schon da, und ich spüre ihn an meiner Seite. Und ich glaube, er würde jeden ansehen. In jedem Menschen steckt Freude, Trauer, Angst, manchmal auch Wut. Und jeder Mensch ist dankbar dafür, dass er weiß, es ist in seiner Nähe jemand da, den er im Notfall ansprechen kann.
Dafür bin auch ich dankbar. Und will gerne selber einer sein, der da ist, wenn jemand meine Hilfe braucht.
Seelsorge am Düsseldorfer Flughafen
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